Small und Mid Caps gehören zu den unterschätzten Segmenten der Aktienmärkte. Die Aufmerksamkeit von Medien und Investoren konzentriert sich häufig auf große Unternehmen (Large Caps), die in vielen Portfolios standardmäßig vertreten sind.
Doch abseits von bekannten Schwergewichten gibt es eine Vielzahl kleinerer und mittelgroßer börsennotierter Unternehmen, die für Anleger ebenfalls attraktiv sein können.
Historisch gesehen haben kleine und mittelgroße Werte, Small und Mid Caps genannt, über längere Phasen bessere Renditen erzielt als Large Caps. In den letzten 10 bis 15 Jahren blieb die Performance von Nebenwerten hingegen zurück; Anleger mussten sich in Geduld üben. Dennoch können Nebenwerte zu allen Zeiten eine langfristig sinnvolle Portfolio-Ergänzung darstellen.
Was versteht man unter Small Caps und Mid Caps?
„Cap“ leitet sich vom englischen Wort „(Market) Capitalization“ ab und steht für die Marktkapitalisierung eines Unternehmens. Diese Kennzahl ergibt sich aus der Anzahl der an der Börse gehandelten Aktien eines Unternehmens, multipliziert mit dem aktuellen Aktienkurs (=Preis der Aktie) und ist Maß für den Gesamtbörsenwert eines Unternehmens. Die Marktkapitalisierung ist daher kein konstanter Wert, sondern ändert sich laufend mit dem Auf und Ab der Aktienkurse und der Anzahl ausgegebener Aktien.
In der Regel gelten Unternehmen mit einem Börsenwert von zwanzig Milliarden Euro und mehr als Large Caps. Unternehmen mit einem Börsenwert zwischen zwei Milliarden Euro und zwanzig Milliarden Euro zählen zur Kategorie der Mid Caps. Small Caps sind Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung unter 2 Milliarden Euro.
| Segment | Schwelle |
|---|---|
| Small Caps | Börsenwert ≤ 2 Mrd. € |
| Mid Caps | 2 Mrd. € < Börsenwert ≤ 20 Mrd. € |
| Large Caps | Börsenwert > 20 Mrd. € |
Welche Vorteile bieten Nebenwerte im Portfolio?
Large Caps mit ihrer hohen Marktkapitalisierung sind in vielen Portfolios als essenzieller Baustein vertreten. Durch ihre Größe können sie in besonderem Maße von Skaleneffekten profitieren, um ihre Marktstellung zu festigen und höhere Gewinne zu erzielen. So verfügen große Unternehmen über eine hohe Preissetzungsmacht gegenüber Endkunden, eine starke Verhandlungsposition gegenüber Zulieferern und sind international aufgestellt. All dies macht sie interessant für Anleger.
Das Renditepotenzial kleinerer und mittlerer Unternehmen wird dagegen oft weniger beachtet, ist allerdings beträchtlich. Small und Mid Caps sind häufig in spezifischen Nischen aktiv, in denen sie eine starke Marktposition oder gar Technologieführerschaft entwickeln können. Oft befinden sie sich in einem früheren Stadium ihres unternehmerischen Zyklus. Dadurch sind noch weniger global präsent als Large Caps, haben Produktmärkte noch nicht völlig erschlossen oder können in verwandte Märkte expandieren. Die geringere Marktdurchdringung sowie die Fokussierung auf spezifische Nischen bieten zahlreiche Chancen für überdurchschnittliches Wachstum und damit auch für überdurchschnittliche Renditen für Anleger.
Im Gegensatz zu Large Caps sind kleinere und mittlere Unternehmen in ihrer Entwicklung zudem weniger durch Konzernstrukturen limitiert. Sie haben einen schlankeren Verwaltungsapparat mit niedrigeren Kosten und können auf Veränderungen im Marktumfeld daher schneller und agiler reagieren.
Darüber hinaus stehen kleinere und mittlere Unternehmen seltener im Fokus von (Kartell)-Aufsichtsbehörden und Gesetzgebern und müssen daher weniger Eingriffe in ihre Geschäftstätigkeit fürchten.
Small und Mid Caps sind außerdem häufiger Ziel von Übernahmen. Da diese in der Regel mit einem kräftigen Aufschlag erfolgen, sind kleinere und mittlere Unternehmen für Anleger besonders interessante Renditequellen.
Warum haben Small und Mid Caps dann in den letzten Jahren underperformt?
Bei allen genannten Vorteilen sollte sich ein Investment in Small und Mid Cap Aktien doch gelohnt haben, oder? Über lange Phasen war dies historisch gesehen tatsächlich der Fall und Small und Mid Caps hatten Large Caps outperformt. Doch in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren ergab sich ein anderes Bild. Trotz des beträchtlichen Renditepotenzials blieb die Performance von Aktien kleinerer und mittlerer Unternehmen hinter denen der Large Caps zurück. Die Ursachen dafür sind vielschichtig – aber beileibe kein Grund, von einem langfristigen Investment in Nebenwerte abzusehen.
Small und Mid Caps in Zeiten konjunktureller Unsicherheit
Die letzten Jahre waren von zahlreichen konjunkturellen Unsicherheiten geprägt. In den Schlagzeilen schien eine Krise oft die nächste zu jagen. Diese Entwicklung hat die Rentabilität und das Gewinnwachstum von kleineren und mittleren Unternehmen stärker belastet als dies bei größeren der Fall war.
Kleine Unternehmen verfügen zwar über mehr Wachstumspotenzial als ihre großen Wettbewerber, allerdings auch häufig über begrenzten Zugang zu Kapital und geringere finanzielle Ressourcen, was sie anfälliger für externe Schocks macht. Dementsprechend können ihre Aktienkurse in wirtschaftlich schwierigen Phasen stärker unter Druck geraten. Auch Zinserhöhungen – wie es sie in den letzten Jahren gab – treffen kleinere und mittlere Unternehmen stärker als größere. Small und Mid Caps finanzieren sich häufiger als Large Caps über variabel verzinste Bankkredite mit kürzeren Laufzeiten, während Large Caps festverzinsliche Anleihen begeben können, die zudem auch sehr lange Laufzeiten aufweisen können.
Aufgrund der schlechteren Performance haben Investoren in den letzten Jahren daher oft auf stabiler geltende Large Cap Aktien gesetzt als auf Small und Mid Caps. Seit Ende 2025 mehren sich allerdings Prognosen, die bei kleineren Unternehmen ein stärkeres Wachstum nahelegen als bei größeren.
Ist die Size-Prämie bei Small und Mid Caps zurückgekehrt?
Lange Zeit galt die klassische Größenprämie, nach der Small und Mid Caps höhere Renditen erzielen können als Large Caps, als instabiler Effekt. Dieser trat nur phasenweise auf, verschwand dann aber über Jahre immer wieder, um sich dann nach einiger Zeit wieder zu zeigen.
2018 kam eine Studie allerdings zu dem Ergebnis, dass diese Instabilität der Größenprämie darauf zurückzuführen ist, dass sich unter Aktien kleinerer und mittlerer Unternehmen überdurchschnittlich viele Wertpapiere mit geringerer Qualität befinden.
Betrachtete man nur die hochwertigen Aktien des Segments, so zeigte sich ein anderes Bild, nämlich eine stabile Größenprämie, von der Anleger mit einem langfristigen Anlagehorizont profitieren können, sofern sie in Qualitätsaktien mit guten Fundamentaldaten investieren.
Dafür bieten sich unter Small und Mid Caps nach einer Phase der Marktbereinigung in den wirtschaftlich schwierigen Jahren gerade jetzt zahlreiche Chancen.
Unternehmen mit schwächeren Fundamentaldaten konnten wirtschaftlich nicht bestehen, Unternehmen mit guten Fundamentaldaten dagegen zeigten sich widerstandsfähig, so dass das verbleibende Marktsegment nun aus robusteren und qualitativ hochwertigeren Akteuren besteht, wovon Anleger profitieren können.
Worauf muss ich bei einem Investment in Small und Mid Caps noch achten?
Wer in Small und Mid Caps investiert, muss grundsätzlich auf höhere Kursschwankungen gefasst sein als bei Large Caps.
Da Small und Mid Caps durch die geringere Markkapitalisierung in der Regel ein geringeres Handelsvolumen haben, können Käufe und Verkäufe bereits bei niedrigeren Schwellen zu höheren Kurssprüngen führen. Ebenso sind Small und Mid Caps durch ihre geringere Größe operativ anfälliger. So sinken z.B. bei Umsatzrückgängen ihre Gewinne in der Regel schneller, da ihr Fixkostenanteil höher ist als bei Large Caps. Dies führt dazu, dass ihre Kurse auf Markbewegungen überproportional reagieren.
Dies gilt jedoch nicht nur für Kurskorrekturen. Kurse von Nebenwerten zeigen gerade in wirtschaftlich freundlichen Phasen auch stärkere Schwankungen nach oben. Oder anders ausgedrückt: Ein höheres Risiko geht hier mit einem höheren Renditepotenzial einher.
So haben Small und Mid Caps wie eingangs erwähnt in der Vergangenheit häufig langfristig bessere Renditen erzielt als Large Caps. Insbesondere bei einer Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nach einer Rezession schnitten sie oft überdurchschnittlich ab. Abbildung 2 zeigt, dass Small-Cap-Indizes in der Vergangenheit den 12 Monaten nach Rezessionen tendenziell höhere Renditen erzielt haben als Large-Cap-Indizes.
Kursschwankungen als günstige Gelegenheit für den Einstieg bei Nebenwerten
Die erhöhte Volatilität von Small und Mid Cap Werten sollte als nicht allein als Risiko gesehen werden. Vielmehr gilt besonders für Nebenwerte, dass Krisen und Rücksetzer oft günstige Einstiegsmöglichkeiten an Aktienmärkten bieten.
Wichtig ist dabei wie erwähnt in Qualitätsaktien mit guten Fundamentaldaten zu investieren.
Um diese zu identifizieren, ist bei kleineren und mittleren Unternehmen oft eine aufwändigere Recherche und Analyse notwendig als bei größeren Unternehmen. Größere Unternehmen veröffentlichen mehr Marktdaten, haben Investor-Relations-Abteilungen, die Informationen aufbereiten und werden von mehreren Analysten beurteilt. Daher ist es einfacher, an Informationen zu gelangen, um Chancen und Risiken einzuschätzen. Für Anleger, die in Small und Mid Caps investieren wollen, jedoch nicht die notwendige Zeit mitbringen, sich selbst tief in das Thema einzuarbeiten, bietet es sich daher an, ihre Anlagen einem Experten anzuvertrauen.
Unser Nebenwertefonds RIV Aktieninvest Global
Speziell für Anleger, die vom Renditepotenzial kleinerer und mittlerer Unternehmen profitieren wollen, haben wir unseren Fonds RIV Aktieninvest Global aufgelegt. Der Nebenwertefonds legt international breit gestreut nach Branchen, Ländern und Währungen in sorgfältig ausgewählte Qualitätsaktien an. Er bietet Anlegern die Möglichkeit, von den attraktiven Renditechancen aussichtsreicher kleinerer und mittlerer Unternehmen zu profitieren.
Fazit: Small und Mid Caps als strategischer Portfoliobaustein
Die vermeintlichen Risiken von Small und Mid Cap Aktien sind bei genauerer Betrachtung kein Argument gegen ein Engagement in diesem Segment. Die temporäre Unterperformance der vergangenen Jahre in den letzten Jahren hatte zahlreiche Gründe und war kein Ausdruck eines grundsätzlich schwachen Renditepotenzials.
Wer bereit ist, die stärkeren Kursschwankungen von Small und Mid Cap Aktien zu akzeptieren, sollte auf Nebenwerte im Portfolio nicht verzichten, da bei professioneller Aktienauswahl auch ein erhöhtes Renditepotenzial besteht.
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Historische Wertentwicklungen lassen keine Rückschlüsse auf ähnliche Entwicklungen in der Zukunft zu. Die Fonds können auch innerhalb kurzer Zeiträume erheblichen Schwankungen nach oben oder nach unten unterworfen sein. Sollten die im Fonds nach Deckung der Kosten erzielten Erträge nicht für die Ausschüttung ausreichen, kann der Fonds die Ausschüttungen aus dem verfügbaren Bankguthaben des Fonds entnehmen (Substanzausschüttung). Dies kann zur Minderung des Anteilswerts führen. Bitte lesen Sie den Verkaufsprospekt und das Basisinformationsblatt, bevor Sie eine Anlageentscheidung treffen. Beides finden Sie auf der jeweiligen Fondsseite des RIV Rationalinvest VVF, des RIV Aktieninvest Global und des RIV Zusatzversorgung kostenfrei und in deutscher Sprache. Eine Zusammenfassung der Anlegerrechte in deutscher Sprache finden Sie hier.


