Aktienkurse fest im Griff des Coronavirus

Die globale Ausbreitung des Coronavirus hat die Weltbörsen fest im Griff und sorgte in Summe für heftige Kursabschläge. Der DAX z.B. verlor zwischenzeitlich über 40 %. Gleichwohl kam es bei sehr hoher Volatilität auch immer wieder zu starken Gegenbewegungen, etwa am 24.3., als in Erwartung des US-Konjunkturpakets DAX und Dow Jones jeweils 11% zulegten. Für den DAX stellte dies den höchsten Tagesgewinn seit 2008 dar, für den Dow Jones gar seit 1933.

Zusätzlich belasteten Turbulenzen beim Öl. Das OPEC-Ölkartell um Saudi-Arabien konnte sich mit Russland nicht auf eine Begrenzung der Fördermenge einigen. Mit der Absicht Konkurrenten in die Knie zu zwingen, kündigte Saudi-Arabien daraufhin eine Flutung der Märkte durch Erhöhung der Förderleistung bei hoher Rabattgewährung an. Daraufhin stürzten die Rohölpreise in der Spitze um bis zu 30% ab. Die Nordseesorte Brent fiel auf ein 17-Jahres-Tief.

Diese niedrigen Ölpreise stellen eigentlich ein riesiges Konjunkturpaket für die Weltwirtschaft dar. In der angeschlagenen Börsenstimmung wurde das jedoch nicht so wahrgenommen, Unsicherheit und Abwärtsbewegung verstärkten sich.

Die Pandemie stellt laut Politikerstatements für Menschen und Regierungen die größte Herausforderung seit dem zweiten Weltkrieg dar. Zur Bekämpfung der Pandemie sind früher oder später überall Kontakteinschränkungen verfügt worden, die das soziale Leben auf ein Minimum reduzieren und die einen Teil wirtschaftlicher Aktivitäten temporär nicht mehr zulassen.

Um die daraus resultierenden wirtschaftlichen Folgen abzumildern, wenden Regierungen und Notenbanken bekannte und neue Maßnahmen an, die in ihrer Ausprägung außergewöhnlich sind. Allein die Ankündigung dieser Maßnahmen hat vorerst beruhigend gewirkt.

Zum einen handelt es sich um riesige Konjunkturprogramme zur Nachfragestärkung, oftmals verbunden mit Liquiditätshilfen, z.T. wie in USA oder Hongkong mit direkten Pro-Kopf-Auszahlungen an die Bevölkerung („Helikoptergeld“).

Zum anderen wird die Geldschwemme durch Erleichterung der Kreditbedingungen ausgedehnt: Leitzinssenkungen (z.B. USA um 1,5 Prozentpunkte), gigantische Anleihekaufprogramme (z.B. Eurozone mit zusätzlichen 750 Mrd. EUR, die auch in bisher ausgeschlossene griechische Staatsanleihen investiert werden dürfen) sowie weitreichende staatliche Garantieübernahmen bei Kreditvergaben.

Die Börsen haben dadurch auf niedrigem Niveau an Stabilität gewonnen. Dazu hat auch eine Verringerung der Corona-Neuinfektionsraten beigetragen. China zeigt nach offiziellen Angaben, auch wenn diese geschönt sind, gleichwohl aber den groben Trend widerspiegeln, die größten Fortschritte. Kontaktsperren werden selbst in Wuhan, wo alles begann, gelockert oder aufgehoben. Die Menschen kehren an ihre Arbeitsplätze zurück, die wirtschaftliche Aktivität läuft wie-der an. Auch in Europa zeigen die Maßnahmen erste Wirkung, die Neuinfektionskurven flachen bspw. in Italien, Spanien und Österreich sichtbar ab.

Die Maßnahmen von Regierungen und Noten-banken lassen eine drastische Ausuferung der Staatsverschuldung mit drohendem Inflationsanstieg erwarten. Die Aktienanlage ist als Sachwert, der als Produktivkapital einen gewissen Schutz vor Inflation bietet, für den langfristigen Kaufkrafterhalt alternativlos. Es ist jedoch weiterhin mit starken Schwankungen zu rechnen.

Transaktionen im Fokus

Rationalinvest, Zusatzversorgung: Der US-Biotech-Riese ist dabei die letzte Hürde vor der Zulassung seines Medikaments gegen Covid-19 zu nehmen. Gilead setzt dabei auf den schon existenten Wirkstoff Remdesivir.

In Abstimmung mit Gesundheitsbehörden weltweit führt Gilead mehrere klinische Phase-3-Studien durch, um die Wirksamkeit von Remdesivir, welches bei schwerem Covid-19-Krankheitsverlauf zum Einsatz kommt, zu bewerten. Gilead erhöht bereits die Produktionskapazität.

Rationalinvest: Bunge ist ein weltweit im Agrar- und Lebensmittelbereich tätiges Unternehmen, das als größtes Handels- und Verarbeitungsunternehmen von Öl- und Getreidesaaten gilt. Wir haben den Kursrückgang für Nachkäufe genutzt, da wir das Geschäftsmodell als weiterhin aussichtsreich einschätzen.

Aktieninvest: Nanogate musste trotz vielversprechender Produkte aufgrund seiner Abhängigkeit zu konjunkturfühlsamen Branchen Finanzhilfen bei der staatlichen KfW-Bank beantragen, weil es zu erheblichen Liquiditätsengpässen infolge der Corona-Krise kam. Wir haben vorsorglich die gesamte Position verkauft.

Aktieninvest: Transocean ist eines von wenigen Unternehmen weltweit, das Expertise im Bau und Be-treiben von Tiefsee-Bohrplattformen hat. Jedoch hatte das Unternehmen schon bei einem Ölpreis von 50 USD mit der Profitabilität zu kämpfen, konnte aber aufgrund seines positiven Cashflows dennoch stetig seine Verschuldung zurückfahren. Der Ölpreissturz treibt Transocean in einen Überlebenskampf. Wir haben die Position geräumt.

Aktieninvest: Baumärkte erleben derzeit einen regen Zulauf. Während Handwerker noch weiterarbeiten dürfen, nutzen zahlreiche Menschen im Homeoffice diese Zeit, um zu renovieren und handwerklichen Projekten nachzugehen. Wir haben unsere Position aufgestockt.

Aktieninvest: Bonduelle wird als Produzent von Konservengemüse, Tiefkühlgemüse und frischen Produkten wenig von Corona betroffen sein. Dennoch gab es einen starken Kursrückgang, der zu einer günstigen Bewertung geführt hat. Wir haben nachgekauft.

Aktieninvest, Zusatzversorgung: Als Einzelhandelskette verzeichnet Europris starke Steigerungen im Verkauf von Lebensmitteln und Haushaltswaren. Die Lager sind gut gefüllt, das Unternehmen kann die Nachfrage bedienen und wird davon profitieren. Wir haben frühzeitig zu attraktiven Kursen zugekauft.

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