Coronavirus

Die Ausbreitung des Coronavirus außerhalb von China hat große Verunsicherung an den globalen Aktienmärkten ausgelöst und zu heftigen Kursrückgängen geführt.

Das Virus erreichte zeitgleich Südkorea und Italien. Diese neuen Herde zerstörten die Hoffnung, dass es bei einer Begrenzung auf China bleiben würde. Am Rosenmontag setzte der Abwärtssog ein.

Der Computerhandel großer institutioneller Investoren (z.B. Trendfolge- und Risikoparitäts-  modelle sowie Robo-Advisor), löst Verkaufsorders automatisch aus sobald bestimmte Kursschwellen unterschritten werden und verstärkte so die Abwärtsbewegung, welche die Angst weiter beflügelte.

Auch die „Nachrichten-Epidemie“ wirkt in diese Richtung. Jede Neuinfizierung wird auf allen  Kanälen bewertet. Als Folge dieser medialen Multiplizierung, vor allem durch das Internet und Soziale Netzwerke, wird die Gefahr als immer bedrohlicher empfunden.

Dabei scheint in China das Virus bereits auf dem Rückzug. Die Zahl der aktuell Infizierten geht leicht zurück (Anfang März ca. 33.000, bei einer Gesamtbevölkerung von 1,42 Mrd.) und bei den meisten Betroffenen klingen die Symptome ab, weil sich der Krankheitsverlauf schon in einem späteren Stadium befindet. Staatspräsident Xi hat die Provinzen mit geringer Ausbreitung bereits dazu aufgerufen ihre Wirtschaft wieder hochzufahren. Ausgenommen davon bleibt die Provinz Hubei, von der die Verbreitung ausging. Allein auf sie entfielen bis Ende Februar knapp 2.800 Todesfälle der weltweit knapp 3.000.

Die Beeinträchtigungen des globalen Wachstums werden spürbar, aber doch temporär sein. Dies zeigte sich schon beim SARS-Virus 2002/03 und MERS-Virus 2012, die beide deutlich höhere Sterblichkeitsraten aufwiesen. Ein Großteil der aktuell zurückgestellten Investitionen und Konsumausgaben wird nachgeholt werden und führt dann zu einer wirtschaftlichen Stimulation, was den Aktienkursen Auftrieb geben sollte. Unterstützend wird wirken, dass das Coronavirus sich wie das Grippevirus (Influenza) in der kalten Jahreszeit verbreitet und auf der Nordhalbkugel, wo die weltwirtschaftlich relevanten Regionen liegen, Frühjahr und Sommer bevorstehen.

Unsere Fonds legen international breit gestreut nach Ländern, Branchen und Währungen in Qualitätsaktien an. Auch diese sind in der allgemeinen Börsenpanik gesunken. Dies haben wir genutzt und selektiv nachgekauft, um von einer späteren Kurserholung entsprechend zu profitieren. Für langfristige Anleger sind Neu-Investments derzeit chancenreich.

Unternehmen im Fokus

Aktieninvest, Zusatzversorgung: Das technikorientierte Industrie- und Konsumgüterunternehmen, das vor allem durch seine Kernmarken „Post-it“ und „Scotch“ bekannt ist, hat viel investiert und 2019 einen notwendigen Umstrukturierungsprozess begonnen, der das Jahresergebnis belastet hat: Reingewinn 4,6 Mrd. USD, -15 %; Umsatz 31,8 Mrd. USD, -2 %.

Im vierten Quartal haben die Maßnahmen durch eine dynamischere Geschäftsentwicklung bereits Wirkung entfaltet. Sie umfassten insbesondere eine Verschlankung der operativen Organisation von fünf auf vier Sparten (drei Industriekundensegmente, eine Endverbrauchersparte) und deren marktgerechteren Zuschnitt, sowie mehr Kosteneffizienz, z.B. durch einen begrenzten Abbau von Stellen (1.500 von insgesamt 96.000).

2020 soll der Transformationsprozess noch beschleunigt werden, um langfristiges Wachstum sicher zu stellen. Das bisherige Geschäftsmodell, bei dem die 3M-Ländergesellschaften für alle Aktivitäten in einer Region verantwortlich zeichneten, wird ersetzt durch die direkte Verantwortlichkeit der vier Einzelsparten über Ländergrenzen hinweg.

Die Dividende steigt um 5% auf 5,88 USD je Aktie und Jahr. 3M zahlt seit über 100 Jahren ununterbrochen Dividende und hat diese seit 62 Jahren in Folge erhöht.

Rationalinvest, Zusatzversorgung: Der französische Hersteller von Industriegasen ist im Geschäftsjahr 2019 profitabler geworden. Die operative Marge, das Verhältnis von Betriebsergebnis zu Umsatz, erreichte mit 17,3 % Rekordhöhe.

Dahinter steht neben effizientem Wirtschaften im Tagesgeschäft auch das Bestreben, sich auf die Kerngeschäftsfelder zu konzentrieren und Randaktivitäten konsequent abzustoßen. So wurden 2019 sechs Aktivitäten verkauft, aktuell laufen schon wieder neun Verkaufsprozesse.

Trotz global schwacher Industriekonjunktur kamen die Erlöse 4,3 % auf 21,9 Mrd. EUR voran, wozu auch die Übernahme von Tech Air, einem Händler von Industriegasen und Schweißtechnik in den USA, beitrug. Der Reingewinn erhöhte sich um 6,1 % auf 2,24 Mrd. EUR.

Air Liquide hat in China, in dem knapp 10 % des Umsatzes erzielt werden, neue Anlagen in Betrieb genommen. Nach Beendigung der Krise um das Coronavirus sollte diese Kapazitätserweiterung das Wachstum weiter antreiben.

Die Dividende wird um 12 % auf 2,70 EUR je Aktie angehoben.

Aktieninvest, Zusatzversorgung: Der deutsche Spezialmaschinenbauer Isra Vision hat vom schwedischen Industrieausrüster Atlas Copco ein Übernahmeangebot erhalten. Beide Unternehmen haben wir zur Zeit der Angebotsveröffentlichung im Aktieninvest und Zusatzversorgung gehalten. Am Tag der Veröffentlichung schnellte der Aktienkurs von Isra an der Börse um ca. 45 % in die Höhe auf das Niveau des Angebotspreises von 50 EUR je Aktie. Wir haben die Gelegenheit genutzt, um die gesamte Position zu verkaufen.

Im Aktieninvest, in dem wir die Position seit 2009 aufgebaut hatten, haben wir einen Gewinn von 790 % erzielt, im Zusatzversorgung 65 % (Einstand ab Oktober 2018). Die Verkaufserlöse haben wir breit gestreut in langfristig aussichtsreiche Bestandspositionen investiert.

Durch die Übernahme erhält Atlas Zugriff auf die Technologie des maschinellen Sehens, die Isra in seinen Geräten zur Oberflächeninspektion und Präzisionsmesstechnik verwendet. „Machine Vision“ gilt als Schlüsseltechnik für die digitale Transformation der Industrie und Baustein für die Roboterfabrik der Zukunft, was die strategische Position von Atlas stärkt. So sehen es auch die Marktteilnehmer, denn der Atlas-Aktienkurs hat unter dem hohen Angebotspreis nicht gelitten.

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