Monatsrückblick2018-10-10T07:58:30+00:00

Archiv

September 2018

Makroökonomische Einflussfaktoren

Die neuerliche Eskalation im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit hinterließ an den wichtigen Aktienmärkten keine bleibenden Spuren. Per Monatssaldo reichte die Bandbreite der Veränderungen von -0,8% bei US-Tech-Aktien (Nasdaq 100) bis +5,5% bei japanischen Aktien (Nikkei 225). Größere Unsicherheit verbreitet der Handelskonflikt an den chinesischen Festlandsbörsen (Shanghai, Shenzhen). Diese befinden sich bereits seit Anfang diesen Jahres in einem deutlichen Abwärtstrend und fielen im Berichtsmonat vorübergehend auf den tiefsten Stand seit Ende 2014.

Eurozone

Die populistische Regierungskoalition aus Fünf-Sterne-Bewegung und Lega in Italien plant zur Finanzierung ihrer teuren Wahlversprechen (Bürgereinkommen, rentenpolitische Maßnahmen, Steuersenkungen) eine viel höhere Schuldenaufnahme als von früheren Regierungen gegenüber der EU-Kommission versprochen. Das Haushaltsdefizit 2019 soll 2,4% des Bruttoinlandsprodukts betragen. Der parteilose Finanzminister hatte 1,6% avisiert. Das hat Vertrauen an den Finanzmärkten gekostet und den Euro belastet. In Deutschland hat die Jahresinflationsrate im September auf 2,3% angezogen (August 2,0%).

USA

Die Notenbank will einer Überhitzung der Wirtschaft und einem starken Auftrieb der Inflation, die zuletzt 2,7% betrug, entgegenwirken. Erwartungsgemäß hat sie den Leitzins um weitere 0,25 Prozentpunkte erhöht. Der Korridor beträgt jetzt 2,0% bis 2,25%. Eine weitere Erhöhung ist 2018 noch geplant.

Transaktionen in unseren Fonds

Kauf Freenet im RIV Aktieninvest Global

Das Telekommunikationsunternehmen gliedert sich in die zwei Hauptsparten Mobilfunk (88% Umsatzanteil) und TV/Medien (10%). In der Mobilfunk-Sparte werden online und in über 6.000 Vertriebsstellen im Einzelhandel (davon exklusiv in 430 Elektronikfachmärkten von Media-Saturn) Mobilfunk-Tarife, -Geräte und -Dienste angeboten. Die Tarife können von Eigenmarken stammen oder auch Originaltarife von Netzbetreibern sein, die weitervertrieben werden, und decken das gesamte Spektrum von hochpreisig bis Discountangebot ab. In seiner schnell wachsenden Sparte TV/Medien zählt freenet für das Antennenfernsehen DVB-T2-HD, bei dem es alleiniger kommerzieller Anbieter ist, bereits ca. eine Million Kun-den. Überdies gibt es Angebote für Satelliten-TV und internetbasiertes IPTV. Die Geschäfte laufen gut. Gleichwohl ist freenet günstig bewertet. Die Dividende wurde in den letzten 10 Jahren stetig erhöht. Wir haben die Gelegenheit genutzt und bei einer attraktiven Dividendenrendite von 7,7% eine Anfangsposition aufgebaut.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Davide Campari 

Die Strategie des Spirituosenherstellers ist es, starke, margenträchtige Marken aufzubauen. Im Gegenzug wird margenschwaches Geschäft verkauft, wie zuletzt Lemonsoda (Softdrink). Für das erste Halbjahr ergibt sich ein organisches Umsatzwachstum von 5,4% auf 778 Mio. EUR. Alle vier regionalen Teilmärkte legten zu, der größte „Americas“ (43% Umsatzanteil) um 5%. Unter den Konzernmarken legte die größte, Aperol (Umsatzanteil 17%), mit 25% auch am meisten zu. Die anderen großen Marken Campari, Wild Turkey (Whiskey) und Grand Marnier (Likör) liefen ebenfalls gut. Bereinigt um den Lemonsoda-Verkauf stieg der Nettogewinn im Konzern um 11,6% auf 104 Mio. EUR.

August 2018

Makroökonomische Einflussfaktoren

Die wichtigen Aktienmärkte bewegten sich im Berichtsmonat uneinheitlich. Während europäische Aktien nachgaben, legten US-Aktien zu, allen voran Technologiewerte. Japanische Aktien notierten leicht im Plus. Der Euro tendierte zum US-Dollar und zum japanischen Yen schwächer, legte aber gegenüber dem britischen Pfund zu.

Eurozone

Das BIP Wachstum im zweiten Quartal betrug auf das Jahr hochgerechnet 2,2% (Vergleichsbasis: Vorjahresquartal) und verlangsamte sich damit leicht im Vergleich zu den Vorquartalen.

USA

Die Einigung mit Mexiko im Handelsstreit um das NAFTA-Freihandelsabkommen sorgte an den Aktienmärkten für Entlastung sowie Erleichterung, auch wenn sich Kanada diesem Handelsabkommen vorerst nicht anschließen möchte.

Japan

Die weltweit drittgrößte Volkswirtschaft ist im zweiten Quartal mit einer überraschend hohen Rate von annualisiert 1,9% gewachsen (Vergleichsbasis: Vorjahresquartal). Im ersten Quartal war das BIP nach langer Aufschwungsphase mit -0,9% erstmals wieder geschrumpft. Die Rückkehr auf den Wachstumspfad gründet auf wieder größerer Konsumlust der Bevölkerung und stark steigenden Investitionen der Unternehmen.

Transaktionen in unseren Fonds

Zukauf Leoni im RIV Aktieninvest Global

Das Quartalsergebnis lag trotz angehobener Umsatzprognose unter den Erwartungen der Marktteilnehmer, sodass die Aktie deutlich abgestraft wurde. Mitverantwortlich für einen Rückgang des Konzernüberschusses sind höhere Investitionen und ein Kapazitätsausbau. Allein im letzten Quartal sind zwei neue Werke in Betrieb genommen worden. Im weiteren Jahresverlauf ist die Fertigstellung von vier zusätzlichen Produktionsstätten vorgesehen. Wir sehen das Unternehmen weiterhin für die Zukunft gut aufgestellt und haben den Kursrückgang genutzt, um unsere Position aufzustocken.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Christian Hansen Holding

Das Biotechnologie-Unternehmen stellt Ingredienzen für eine Vielzahl von Lebensmitteln, Süßwaren, Getränken, Nahrungsergänzungsmitteln, Arzneien und Tierfutter her. Die schnelle Produktinnovation basiert wesentlich auf eigener wissenschaftliche Forschung und mehr als 30.000 mikrobiellen Stämmen („gute Bakterien“). Die Produktpalette besteht aus Kulturen, Enzymen, Probiotika und natürlichen Farben. Bei Milchprodukt-Ingredienzen ist Chr. Hansen global führend, jeder zweite Käse enthält seine Zutaten. Im dritten Geschäftsquartal (31.05.18) setzte sich das starke organische Wachstum mit einer Rate von 9% fort. Negative Währungseinflüsse eingerechnet stieg der Umsatz 2% auf 283 Mio. EUR und der Reingewinn 4% auf 60,5 Mio. EUR. Die positive geschäftliche Entwicklung in den ersten neun Monaten erlaubte die Ausschüttung einer Sonderdividende von 5,94 dänischen Kronen.

Mitsubishi UFJ Financial Group

Gemessen an der Bilanzsumme ist die Mitsubishi UFJ Financial Group Japans größte Bank und unter den führenden weltweit. Im ersten Geschäftsquartal (30.06.) erwirtschaftete sie einen Reingewinn von umgerechnet 2,4 Mrd. EUR (+9%). Das war der höchste Quartalsgewinn seit sieben Jahren. Die MUFG trotzte damit dem widrigen Negativzins-Umfeld. Sie konnte ihren Zinsüberschuss (Saldo aus vereinnahmten Kreditzinsen und gezahlten Zinsen auf Einlagen) sogar um 4% steigern, wozu vor allem das Auslandsgeschäft beitrug. Weniger faule Kredite reduzierten die Kosten für die Ausfallvorsorge, was das Ergebnis ebenso begünstigte wie Buchgewinne aus dem Verkauf von Firmenkunden-Anteilen. Dem standen deutlich verminderte Erträge aus dem regulären Handelsgeschäft gegenüber. Die Bank setzt ihre Auslands-Expansion fort und erhielt dafür jüngst in Indonesien grünes Licht von den Behörden.

Juli 2018

Makroökonomische Einflussfaktoren

Alle wichtigen Aktienmärkte legten zu. US-Aktien ragten heraus, wobei die Aktien der „Old Economy“ (Dow Jones +4,6%) die Tech-Titel (Nasdaq Composite Index +2,2%) ausstachen. Der Euro tendierte zum US-Dollar seitwärts.

USA

Das Wirtschaftswachstum erhielt im zweiten Quartal ironischerweise Rückenwind vom Handelsstreit, weil Landwirte vor in Kraft treten chinesischer Zölle im Juli auf den letzten Drücker die Soja-Exporte enorm stei-gerten. Dieser Sondereffekt überzeichnet die auf das Jahr hochgerechnete Wachstumsrate des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 4,1%. Gleichwohl ist die wirtschaftliche Lage sehr gut, weil das BIP überwiegend vom sehr hohen, durch die Steuerreform und Vollbeschäftigung begünstigten Konsum getragen wird.

China

In der zweitgrößten Volkswirtschaft zeigt der Handelsstreit bislang keine Auswirkungen auf die wirtschaftliche Dynamik. Das BIP-Wachstum betrug im zweiten Quartal robuste 6,7% nach jeweils 6,8% in den beiden vorangegangenen Quartalen (Vergleichsbasis: jeweils Vorjahreszeitraum). Hingegen antizipierte der schwächelnde Aktienmarkt negative Auswirkungen des Handelsstreits.

Transaktionen in unseren Fonds

Kauf Adeka im RIV Aktieninvest Global

Der Kauf der japanischen Aktie stärkt die geografische Streuung im Aktieninvest, der Schwerpunkt auf spezialisierte Chemikalien dessen Branchenstreuung. Die Chemikalien-Sparte steht für zwei Drittel des Adeka-Umsatzes und umfasst eine weite Spanne von Produkten/Technologien, z. B. Halbleiterplattenätzsysteme und lichthärtende Harze für die IT/Elektronikindustrie, funktionelle Kosmetik-Inhaltsstoffe, Reinigungsmittel oder Additive für Kunststoffe. Der Restumsatz entfällt hauptsächlich auf Nahrungsmittel (z. B. Margarine, Speise-Fett, Mayonnaise, Sahne). In den letzten zehn Jahren entwickelte sich der Adeka-Umsatz positiv, der Gewinn stieg, vor allem dank konsequentem Sparen, stark. Das Unternehmen ist sehr gut finanziert und zahlt eine auskömmliche Dividende, die angesichts der nachhaltig guten Gewinnsituation noch ausbaufähig erscheint. Adeka ist nicht hoch bewertet. Der Aktienkurs ist zuletzt zurückgekommen, was wir zum Aufbau einer Anfangsposition genutzt haben.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Medtronic 

Das global führende Medizintechnik-Unternehmen, das z. B. bei Herzschrittmachern einen Weltmarktanteil von 50% hält, weist für das abgelaufene Geschäftsjahr (Ende April) einen Rückgang des Reingewinns um 23% auf 3,1 Mrd. USD aus, weil die US-Steuerreform einen einmaligen, hohen Steueraufwand verursachte. Der Anstieg beim operativen Gewinn von 25% auf 6,7 Mrd. USD zeigt, dass die Geschäfte gut laufen, vor allem in den Schwellenländern. Die Konzern-Erlöse stiegen um 1% auf 30 Mrd. USD. Hier ergibt sich auf einer vergleichbaren Basis, d. h. Währungsveränderungen und die Effekte von Zu-/Verkäufen herausgerechnet, eine Steigerungsrate von 4,6%, wie sie in etwa auch für 2018/19 prognostiziert wird. Die Dividende wird das 41. Jahr in Folge erhöht, dieses Mal um 9% auf 2 USD p.a.

Unifirst 

Der auf dem nordamerikanischen Heimatmarkt führende Dienstleister stellt für das Personal von Unternehmen aus unterschiedlichsten Branchen einheitliche Berufsbekleidung (Uniformen), Arbeitsschutzbekleidung und Spezialbekleidung bereit. Insbesondere Spezialbekleidung, z. B. für Reinräume in der Mikrochip-Produktion oder Dekontaminierungen in der Nuklearindustrie, trieb im dritten Geschäftsquartal (Ende Mai) das Wachstum (Konzernumsatz +4,3% auf 427 Mio. USD; Reingewinn +49% auf 36,4 Mio. USD). Die Prognose für das Gesamtgeschäftsjahr wurde angehoben. Der Aktienkurs ist auf Allzeithoch gestiegen. Das Unternehmen ist sehr solide finanziert und hat keine langfristigen Schulden. Die niedrige Dividende wurde zwar zuletzt etwas erhöht, angesichts der guten Gewinnentwicklung besteht hier allerdings noch viel Luft nach oben.

Juni 2018

Makroökonomische Einflussfaktoren

Der Handelsstreit „Amerika gegen den Rest der Welt“ hat Anleger zum Monatsende hin verunsichert. Die wichtigen Aktienmärkte gaben ihre Zuwächse vom Monatsanfang wieder ab und tendierten per Monatssaldo – ebenso wie der Euro zum US-Dollar – unverändert.

Eurozone

Die Europäische Zentralbank will zum Jahresende mit der Straffung ihrer bisher ultralockeren Geldpolitik beginnen, sofern die aktuelle Abschwächung des Wirtschaftswachstums keine rezessiven Tendenzen an-nimmt. Das Anleihen-Kaufprogramm, das derzeit monatlich 30 Mrd. EUR umfasst, soll ab Oktober auf 15 Mrd. EUR abgesenkt werden, ehe es zum Jahresende ganz auslaufen soll. Erhöhungen der Leitzinsen soll es frühestens ab Herbst 2019 geben.

USA

Wie erwartet hat die Notenbank zum zweiten Mal in diesem Jahr den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf einen Korridor von jetzt 1,75% bis 2,00% angehoben. Die Konjunktur brummt, die Arbeitslosenquote ist mit 3,8% so niedrig wie seit 18 Jahren nicht mehr und die Jahresinflationsrate ist im Mai auf 2,8% gestiegen. Deshalb hat die Fed signalisiert, dass sie in diesem Jahr noch zwei weitere Anhebungen beabsichtigt.

Transaktionen in unseren Fonds

Atlas Copco / Epiroc  im RIV Aktieninvest Global

Unsere Bestandsposition Atlas Copco hat per Aktiensplit Epiroc abgespalten. Für 1 Atlas Copco B-Aktie erhielten die Aktionäre zusätzlich 1 Epiroc B-Aktie ins Depot gebucht. Als Wertausgleich sank der Aktienkurs von Atlas Copco, sodass am ersten Handelstag von Epiroc die addierten Aktienkurse von Atlas Copco und Epiroc in etwa dem letzten Börsenwert der Atlas Copco in der alten Aufstellung entspra-chen. In dem neuen Unternehmen ist das Geschäft mit Bau- und Bergbau-Ausrüstung gebündelt, während die Segmente Kompressoren-, Druckluft- und Vakuumtechnik bei Atlas Copco verbleiben. Die Erwartung für beide Unternehmen ist, dass sie durch die Konzentration auf die jeweiligen Geschäftsbereiche und die Möglichkeit eigenständig zu agieren, bessere Entwicklungschancen haben.

Isra Vision / Nanogate im RIV Aktieninvest Global

Die laufende Automatisierungswelle verleiht dem Spezialisten für Bildverarbeitungsprogramme zur Überwachung industrieller Prozesse und Produkte geschäftliche Dynamik. Der Aktienkurs ist weiter gestiegen, entsprechend auch die Gewichtung der Isra-Position im Aktieninvest. Im Sinne einer ausgewogenen Risikostreuung haben wir, wie bereits vor einem Jahr, einen Teilverkauf in der Isra-Position vorgenommen. Mit dem größeren Teil des Verkaufserlöses haben wir die Nanogate-Position aufgestockt. Nanogate stellt Industriekunden designorientierte Oberflächenbeschichtungen zur Verfügung, in die Zusatzfunktionen (z. B. antihaftend, energieeffizient, kratzfest, vor Korrosion und UV-Strahlung schützend) integriert sind und hat gerade den größten Auftrag seiner Firmengeschichte an Land gezogen.

Unibail- Rodamco-Westfield im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Unibail-Rodamco hat den australischen Immobilienentwickler Westfield übernommen, der seinen Fokus wie Unibail-Rodamco auf Einkaufszentren in besten Lagen hat. Die beiden Unternehmen ergänzen sich geografisch gut: Unibail-Rodamco ist in Kontinentaleuropa präsent, Westfield in Australien, Amerika und Großbritannien. Das Potenzial Synergien zu heben ist vorhanden. Die neue Aktie des vereinig-ten Immobilien-Riesen, die den Aktionären in gleicher Anzahl anstatt der alten ins Depot gebucht wurde, figuriert unter „WFD Unibail-Rodamco N.V.“, wobei WFD für Westfield steht. Es handelt sich dabei um die selten vorkommende, komplizierte Konstruktion einer Verbundaktie („Stapled Share“), in der eine alte Unibail-Rodamco-Stammaktie und eine WFD Unibail-Rodamco Class A-Aktie gebündelt sind.

Mai 2018

Makroökonomische Einflussfaktoren

Die Veränderungen der großen Aktienmärkte bewegten sich in einer Bandbreite von +5,5% bei US-Technologieaktien (Nasdaq 100) bis -3,7% bei Aktien aus der Eurozone (EURO STOXX 50). Der Rückgang der Eurozone-Aktien, insbesondere von Banken mit großem Italiengeschäft bzw. großem Bestand an italienischen Staatsanleihen, korreliert mit der Schwäche des Euros, der gegenüber dem US-Dollar zwischenzeitlich auf den tiefsten Stand (1,15) seit fast einem Jahr fiel. Auch gegenüber den anderen Währungen gab der Euro nach. Dies ist hauptsächlich dem Programm der neuen Euro- und Europa-kritischen Regierungskoalition aus der eher linkspopulistischen Fünf-Sterne-Bewegung und der rechtspopulistischen Lega in Italien (drittgrößte Volkswirtschaft der Eurozone) geschuldet. Die Umsetzung des Regierungsprogramms könnte die sehr hohe Staatsverschuldung von 132% des Bruttoinlandsprodukts (EU-Regeln erlauben 60%) infolge zusätzlicher Ausgaben für sozialpolitische Maßnahmen (u. a. Senkung des Renteneintrittsalters, Einführung eines staatlichen Grundeinkommens) und Mindereinnahmen aus Steuersenkungen weiter anschwellen lassen und damit die Stabilität des Euros gefährden. Die im Monatsverlauf stark steigende Rendite für 2-jährige italienische Staatsanleihen (von -0,167% auf +1,176%) spiegelt das erhöhte Ausfallrisiko wider. Dieses sank für entsprechende deutsche Staatsanleihen, die als „sicher“ gelten, sogar geringfügig.

EU

Die Dynamik des Aufschwungs hat nachgelassen. Gemäß erster Schätzung ist das Bruttoinlandsprodukt in der Europäischen Union im ersten Quartal um 0,4% gestiegen nach 0,6% im Schlussquartal 2017 (Vergleichsbasis jeweils Vorquartal). Unter den großen Volkswirtschaften haben Frankreich (0,3% nach 0,7%) Deutschland (0,3% nach 0,6%) und Großbritannien (0,1% nach 0,4%) merklich an Schwung verloren. Spanien wuchs mit unverändert 0,7% am stärksten, Italien verharrte bei einer Rate von 0,3%.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Methanex 

Der weltweit führende Methanol-Produzent mit Fabriken im heimischen Kanada, in USA, Chile, Trinidad, Ägypten und Neuseeland und einer einzigartigen Lieferkette, die es erlaubt, Kunden auf dem gesamten Globus zuverlässig per Tankschiff, Eisenbahn, Lkw und Pipeline zu versorgen, profitiert von steigenden Methanol-Verkaufspreisen. Weil auch die Absatzmenge anzog, stiegen im ersten Quartal die Erlöse um 19% auf 960 Mio. USD und der Reingewinn 28% auf 170 Mio. USD. Methanol ist Ausgangsstoff für viel verwendete chemische Grundstoffe wie z. B. Essigsäure und Formaldehyd und findet immer breitere Anwendung als kostengünstiger und umweltverträglicher Kraftstoff/Kraftstoffzusatz und in anderen energetischen Bezügen. Der Methanex-Aktienkurs notiert beim Allzeithoch.

Singapore Airlines 

Das 2017 begonnene, langfristig angelegte Transformationsprogramm des Luxus-Carriers zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit trug bereits im abgelaufenen Geschäftsjahr (31.03.) erste Früchte. Eine angepasste Flugpreisstruktur, effizientere Prozesse, aber auch das geschickte Absichern der ansonsten stark steigenden Treibstoffpreise auf einem relativ niedrigen Niveau ermöglichten einen Reingewinn-anstieg um 150% auf umgerechnet 550 Mio. EUR (Umsatz 9,8 Mrd. EUR, +6%). Als nächster Schritt steht die vollständige Eingliederung der jetzt noch mit eigenständigem Marktauftritt agierenden Tochter Silk Air an. Die Integration kann erfolgen, sobald die Passagierkabinen der Tochter auf den gehobenen Komfort der Mutter hochgerüstet sind. Die Dividende verdoppelt sich auf 0,40 Singapur-Dollar.

Swisscom 

Die mehrheitlich dem Schweizer Staat gehörende Telefongesellschaft steigerte im ersten Quartal die Erlöse um 1,9% auf umgerechnet 2,45 Mrd. EUR und den Überschuss 1,6% auf 320 Mio. EUR. Für die besser als erwartet ausgefallenen Zahlen zeichnen eine verminderte Steuerquote und die in Italien operierende und dort u. a. ein modernes Glasfasernetz betreibende Tochter Fastweb verantwortlich. Der Fastweb-Umsatz kam um überproportionale 8,6% voran. Das Schweizer Stammgeschäft war ge-kennzeichnet durch die rückläufige Festnetztelefonie und weniger Einnahmen aus Roaming-Gebühren. Es wurden auch Rabatte gewährt, was Ausdruck eines sich verschärfenden Wettbewerbs ist.

April 2018

Makroökonomische Einflussfaktoren

Trotz des weiter schwelenden Handelsstreits legten alle großen Aktienmärkte zu: Nikkei +4,7%, STOXX 50 Index DJ (Europa) +4,1%, Nasdaq 100 +0,5%, Dow Jones +0,2%. Unterstützend wirkte die politische Annäherung zwischen Nordkorea und USA/Südkorea, die die gefühlte Gefahr einer atomaren Konfrontation vorerst verdrängt hat. Der US-Dollar wertete gegenüber dem Euro auf und erreichte den höchsten Stand seit Ende letzten Jahres.

USA

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im ersten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,3% robust. Das Vorquartalswachstum lag zwar mit 2,9% deutlich höher, allerdings war dies getrieben durch die Weihnachtssaison, in der die US-Bürger traditionell besonders viel Geld ausgeben.

China

Der Handelsstreit mit den USA beeinträchtigte die Wirtschaftsleistung im ersten Quartal nicht. Das BIP wuchs wie im vorausgegangenen Quartal mit 6,8% (Vergleichsbasis: jeweils Vorjahreszeitraum).

Transaktionen in unseren Fonds

Kauf De Longhi SpA im RIV Aktieninvest Global

Der Hersteller von Haushaltskleingeräten aus den Bereichen Kaffee (z. B. Espresso-, Vollautomat-, Kapsel-Maschinen), Nahrungsmittelzubereitung (z. B. Rühr-/Grillgeräte) sowie Reinigung/Haushaltspflege (z. B. Staubsauger, Klimageräte) behauptet sich auf einem wachsenden, wettbewerbsintensiven Weltmarkt mit einem starken Markenportfolio. Dabei nimmt die Marke „De’ Longhi“ (63% des Konzernumsatzes) eine führende Position im rasant wachsenden Segment Espressomaschinen ein. „Kenwood“ (23%) ist fokussiert auf Premium-Küchengeräte mit vergleichsweise hoher Marge. Daneben gibt es die Marke „Braun“ (11%), die stetig ihr Produktportfolio erweitert, und „Ariette“ (3%). Der Umsatz des Unternehmens nahm in der letzten Dekade jährlich ca. 3% und der Gewinn um ein knappes Viertel zu. De’ Longhi ist gut finanziert und zahlt eine auskömmliche Dividende.

Kauf Ichor Holdings Ltd im RIV Aktieninvest Global

Das US-Unternehmen entwickelt und produziert hochkomplexe Komponenten für den Anlagenbau in der Halbleiterbranche. Dabei handelt es sich um Systeme für den Transport und für die Anwendung von Gasen in Trockenprozessen, z. B. beim Ätzen oder Beschichten, und Chemikalien in Nassprozessen, z. B. für das chemisch-mechanische Polieren und Reinigen. Diese Systeme stellen Hauptkomponenten bei der Herstellung und Weiterverarbeitung von Halbleitern dar. Damit wird eine sich im strukturellen Wachstum befindliche, zukunftsträchtige Branche global bedient. Ichor hat sich hier durch sein Know-how und seine Patente, die auch Markteintrittsbarrieren darstellen, eine sehr gute Position erarbeitet. Umsatz und Gewinn wachsen rasant. Im Zuge der allgemein schwächeren Börsen ist auch der Ichor-Aktienkurs zurückgekommen, was wir zum Aufbau einer Anfangsposition genutzt haben.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Jungfraubahn Holding 

Mit dem höchsten Gewinn der Unternehmensgeschichte von umgerechnet 49 Mio. EUR (+34%) hat der Schweizer Bergbahnbetreiber das Geschäftsjahr 2017 abgeschlossen. Auch der Betriebsertrag, der im Wesentlichen die Erlöse aus Fahrkartenverkäufen repräsentiert, markierte mit 166 Mio. EUR (+15%) einen Rekord. Ergebnistreiber war die überraschend stark gestiegene Zahl der Besucher, insbesondere asiatischer, auf dem Hausberg Jungfraujoch. Das Zukunftsprojekt V-Bahn, bestehend aus einer S-Bahn zum Eiger-Gletscher und einer Gondelbahn zum Männlichen mit einem gemeinsamen Terminal in Grindelwald, kommt planmäßig voran. Die Dividende wird um 14% auf 2,40 CHF erhöht.

Samsung Electronics 

Bei einem Umsatz von umgerechnet 46,2 Mrd. EUR (+20%) erwirtschaftete der breit aufgestellte Elektronik-Riese im ersten Quartal einen hohen Reingewinnzuwachs von 52% auf 8,9 Mrd. EUR. Zu diesem Ergebnis trug die florierende Halbleitersparte zwei Drittel bei. Durch die stetig wachsende Nachfrage nach seinen DRAM- und 3D-NAND-Speicherchips, die die Kunden hauptsächlich in Servern und Smartphones verbauen, ist Samsung hier mittlerweile Weltmarktführer. Letzteres gilt auch für die Smartphones und Fernseher von Samsung. Dabei erhält die Smartphone-Sparte zusätzlichen Schub von der Markteinführung des Spitzenmodells Galaxy S9 im Februar.

März 2018

Makroökonomische Einflussfaktoren

Die Angst vor den Strafzöllen auf Einfuhren in die USA, die Präsident Trump plant, drückten die Aktienmärkte deutlich ins Minus: Dow Jones -3,7%, Nasdaq Composite -2,9%, Nikkei -2,8%, STOXX 50 Index DJ (Europa) -2,4%. Zum Handelskrieg mit endloser Eskalationsspirale kommt es wahrscheinlich aber nicht. Vielmehr spricht einiges dafür, dass Trump im Rahmen seiner America-First-Politik bilaterale „Deals“ mit den Partnern anstrebt, die wie China, die EU (hier vor allem Deutschland), Japan, Kanada oder Mexiko hohe Überschüsse im Handel mit den USA erzielen. Diese Überschüsse kommen auch dadurch zustande, dass die Partner einen sehr freien Zugang zum amerikanischen Markt genießen. Umgekehrt verhalten sich die Partner bei Einfuhren aus den USA meist viel restriktiver. Ein Beispiel, wie aus US-Sicht die Handelskonditionen auf Dauer fairer gestaltet werden können, ist die schnell getroffene Vereinbarung mit Südkorea. Nach Trumps Ankündigung pauschaler Importzölle auf Stahl (25%) und Aluminium (10%) nahm das Land sofort Verhandlungen auf. Der gefundene Kompromiss besagt, dass Südkorea von diesen pauschalen US-Zöllen ausgenommen wird und im Gegenzug seine Stahlexporte in die USA begrenzt sowie der US-Autoindustrie Einfuhrerleichterungen gewährt. Der US-Finanzminister und Trumps wichtigster Wirtschaftsberater halten es für möglich, dass ein ähnlicher Deal auch mit dem Hauptkontrahenten China getroffen werden kann.

Transaktionen in unseren Fonds

Teilverkauf Aixtron und Zukäufe im RIV Aktieninvest Global

Wir haben einen weiteren Teilverkauf der Aixtron-Position vorgenommen. Der Aktienkurs, der beim Verkauf auf einem 6½-Jahreshoch notierte, läuft der sich bessernden wirtschaftlichen Lage des Unternehmens deutlich voraus. Wir haben einen Gewinn von 130% realisiert. Im Gegenzug haben wir Amsterdam Commodities, Cummins, Eaton und Toray Industries aufgestockt.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

E.ON / RWE

Unter dem Beifall der Börse haben die Versorger, die beide Bestandspositionen sind, bekanntgegeben, dass sie ihre Geschäfte mittels komplexer Transaktionen von Aktivitäten und Beteiligungen aufteilen wollen. Dabei soll die 77%-Beteiligung von RWE an seiner vor zwei Jahren an die Börse gebrachten Erneuerbare Energien-Tochter Innogy von E.ON erworben werden, im Gegenzug erhält RWE eine 18%-Beteiligung an E.ON. Die Assets aller drei Unternehmen sollen dann so neu geordnet werden, dass aus E.ON ein endkundenorientierter Versorger wird, das sich ausschließlich auf Energienetze und Vertrieb konzentriert. RWE hingegen soll auf europäischer Ebene ein führender Player in der stark wachsenden Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen (überwiegend Wind, daneben Wasser, Sonne) und konventionellen Ressourcen (Stein-/Braunkohle, Gas und die abzuwickelnde Kernkraft) werden. Innogy soll liquidiert werden. Die Pläne stehen unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Genehmigung.

IPSEN

Die Strategie, sich auf pharmazeutische Nischenmärkte zu konzentrieren und so dem Wettbewerb mit großen, finanzstarken Pharma-Riesen zu umgehen, andererseits in der Nische aber einen großen Marktanteil zu erlangen und hohe Margen zu erzielen, hat sich auch im Geschäftsjahr 2017 bewährt. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 21% auf 1,9 Mrd. EUR. Dazu trugen insbesondere die Medikamente Somatuline, Cabometyx und Onivyde zur Behandlung von Tumoren bei. Letztere beiden sind relativ neu eingeführt und haben noch entsprechendes Potenzial. Der Reingewinn zog 20,5% auf 273 Mio. EUR an. Die Dividende wird um 18% auf 1,00 EUR angehoben.

Wienerberger

Das Baustoffunternehmen hat 2017 einen Rekordumsatz von 3,1 Mrd. EUR (+5%) erzielt und will auch in Zukunft wachsen. Dazu sollen der Erwerb der belgischen Preflex Gruppe, die im schnell wachsenden und profitablen Segment vorverkabelter Elektroinstallationsrohre tätig ist, beitragen sowie in Deutschland, Österreich und Nordamerika getätigte Akquisitionen, die das Stammgeschäft mit Ziegeln ausweiten. Wienerberger profitierte vom Bauboom in vielen Ländern, besonders in Osteuropa und den USA. Der Überschuss legte um die Hälfte auf 123 Mio. EUR zu. Die reguläre Dividende steigt 30 Eurocent, dazu kommt eine Sonderdividende von 10 Eurocent, was letztlich einem Zuwachs von 48% entspricht.

Februar 2018

Makroökonomische Einflussfaktoren

Bereits gegen Ende Januar setzte an den globalen Aktienmärkten eine starke Abwärtsbewegung ein, wie sie seit zwei Jahren nicht mehr zu beobachten war. Im Berichtsmonat Februar gaben die bedeutenden Indizes in der Spitze bis zu 9,3% gegenüber ihrem Stand zum Monatsende Januar ab. Mitte Februar setzte eine spürbare Erholung ein, die einen Teil der Kursabschläge wieder ausglich. Per Monatssaldo resultierten folgende Index-Veränderungen: DAX -5,7%; STOXX 50 Index DJ (Europa) -5,4%, Nikkei -5,3%, Dow Jones -4,3%, Nasdaq Composite -1,9%. Auslöser war die Veröffentlichung der US-Stundenlöhne am 2. Februar, die gegenüber dem Vorjahresmonat über erwarten stark um 2,9% angestiegen waren. Das schürte bei den Investoren Inflationsängste: Höhere Löhne ziehen höhere Preise nach sich, die Notenbank könnte die Leitzinsen schneller als angekündigt erhöhen. Dadurch stiegen die Anleiherenditen und machten Anleihen als Anlagealternative attraktiver. Dies sorgte für die erste Verkaufswelle am amerikanischen Aktienmarkt. Der Rest der Welt folgte, verstärkt durch Trendfolgemodelle und Handelsstrategien, die automatisch den Verkauf von Aktien vorsehen, sobald eine bestimmte Verlustschwelle („Stop-Loss“) erreicht ist oder Schwankungen ansteigen („Risikoparität“). Im Monatsverlauf gab es weitere Nachrichten, die höhere US-Inflationserwartungen beförderten. Die Aktienmärkte reagierten aber gelassener. Der Aktienhandel dürfte in nächster Zeit weiterhin schwankungsanfällig bleiben.

Transaktionen in unseren Fonds

Zukäufe im Rationalinvest / Aktieninvest

Wir haben die niedrigen Aktienkurse genutzt, um Bestandspositionen in beiden Fonds aufzustocken. Im Rationalin-vest haben wir Corning, Sanofi und Telefonica nachgekauft, im Aktieninvest CEWE Stiftung, Cirrus Logic, Davide Cam-pari-Milano, PT Telekomunikasi Indonesia und Vilmorin.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

ENEL

Mit seinen vorläufigen Zahlen zum Geschäftsjahr 2017 konnte der Energieversorger positiv überraschen. Basierend auf effektivem Kostenmanagement, Wachstum bei erneuerbaren Energien und im Endkundengeschäft, nahmen die Erlöse um 6% auf 75 Mrd. EUR und das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 3% auf 16 Mrd. EUR zu. Wenngleich immer noch 45% des Ergebnisses im italienischen Heimatmarkt erwirtschaftet wurden, gilt Enel im Branchenvergleich als geografisch breit aufgestellt. Insbesondere der sehr wichtige südamerikanische Markt entwickelte sich gut. Dieses Standbein soll weiter ausgebaut werden. Enel profitierte auch vom Aufschwung in den europäischen Peripheriestaaten.

Huhtamaki

Das Unternehmen ist auf innovative Einweg-Verpackungslösungen aus Pappe und Plastik schwerpunktmäßig für Getränke, zubereitetes Essen und Lebensmittel fokussiert. Die Produktpalette reicht vom Coffee-To-Go-Becher über Eier-Kartons und Fastfood-Behältnisse bis zum nachhaltigen Bio-Einweggeschirr der US-Marke Chinet, das sowohl aus recyceltem Material hergestellt wird als auch selbst wieder recyclebar bzw. kompostierbar ist. Im Geschäftsjahr 2017 steigerte Huhtamäki die Erlöse um 4% auf 3 Mrd. EUR und den Reingewinn um 3% auf 196,5 Mio. EUR. Die Dividende steigt 10% auf 0,80 EUR.

Rio Tinto

Dank anziehender Preise von Eisenerz, Kupfer und anderen Industriemetallen steigerte der Bergbauriese im abgelaufenen Geschäftsjahr den Umsatz um 18% auf 40 Mrd. USD und den Reingewinn um 90% auf 8,8 Mrd. USD. Die Aktionäre werden mit einer rekordhohen Ausschüttung von 2,90 USD je Aktie am Unter-nehmenserfolg beteiligt. Überdies betreibt Rio Tinto Kurspflege und kauft in großem Stil eigene Aktien zurück. Das Unternehmen weist jetzt eine im Branchenvergleich sehr gute Eigenkapitalquote von 54% auf und hat die Schulden radikal um 60% auf 3,8 Mrd. USD gesenkt. Dies ist eine solide wirtschaftliche Basis um mit hohen Investitionen verbundene Projekte wie die Entwicklung einer Kupfermine in der Mongolei (geplanter Förderbeginn 2020) und einer Bauxitmine in Australien (2. Halbjahr 2019) zu stemmen.

Januar 2018

Makroökonomische Einflussfaktoren

Aus Angst, dass sich Unabhängigkeitsbestrebungen im eigenen kurdischen Bevölkerungsteil verstärken, hat die Türkei im syrischen Kurdengebiet eine Militäroffensive gestartet. Sie bekämpft dort die Kurdenmiliz YPG, die ihrerseits erfolgreich gegen den Islamischen Staat militärisch gekämpft hat und dafür vom Westen, insbesondere von den USA, mit Waffen ausgerüstet wurde und weiterhin protegiert wird. Über die militärische Frontstellung der Türkei gegen Kurden ergibt sich jetzt eine heikle politische Lage zwischen den NATO-Partnern Türkei und USA. Die Aktienmärkte hat das wenig negativ beeinflusst, wie die anderen schwelenden politischen Konflikte, von denen gefühlt jede Woche eine neuer dazukommt.

Der USD setzte seine Schwäche fort und verlor gegenüber dem EUR im Januar um 3,4%.

USA

Die von Präsident Trump forcierte Steuerreform zeigt schon großen Erfolg. Apple hat angekündigt 38 Milliarden USD Steuern zu zahlen, um im Ausland gehaltenes Kapital in die USA zu übertragen. Jetzt eröffnet die Steuerreform ein Zeitfenster, in dem ein Steuersatz von nur noch 8% bis 15,5% (früher 35%) zur Anwendung kommt. Mit der Steuerzahlung verspricht Apple auch 30 Mrd. USD Investitionen in den USA, wodurch 20.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden sollen. Andere US-Unternehmen folgen schon diesem Beispiel und schütten zusätzlich Mitarbeitern Sonderzahlungen aus. Überdies dürften ausländische Unternehmen überlegen, angesichts des mit der Steuerreform von 35% auf 21% gesunkenen regulären Körperschaftsteuersatzes verstärkt in den USA (und nicht im Heimatland) zu investieren und dort Geschäft zu generieren.

Transaktionen in unseren Fonds

Fusion Potash Corp. of Saskatschewan und Agrium im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Unsere Bestandsposition Potash Corp. of Saskatschewan hat am 02.01.2018, nach langen Verhandlungen mit dem ebenfalls aus der Düngemittel-Branche stammenden Agrium, fusioniert. Die aus dem „Zusammenschluss unter Gleichen“ hervorgegangene Gesellschaft heißt Nutrien. Potash-Aktionäre erhielten für eine Aktie wertgleiche 0,4 Nutrien-Aktien. Ziel der Fusion ist es Synergien zu heben um letztlich effektiver bei der Kali-, Stickstoff- und Phosphat-Produktion zu werden. Bestens aufgestellt ist Nutrien mit seiner Vertriebsorganisation, die international 1.500 Verkaufs- und Service-Zentren, in denen Landwirte auch bzgl. optimaler Ernteerträge beraten werden, umfasst.

Zukäufe im RIV Aktieninvest Global

Wir haben Mittelzuflüsse dazu genutzt Bestandspositionen – breit gestreut nach Branchen, Ländern und Währungen – aufzustocken.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Alcoa

Der Aluminiumproduzent steckt noch im Umbau, sodass hohe Kosten für die Schließung unrentabler Werke das Quartals-Ergebnis deutlich ins Minus drückten. Auf das gesamte Geschäftsjahr 2017 gesehen konnte jedoch trotzdem ein Reingewinn von 217 Mio. USD (im Vorjahr noch 400 Mio. USD Verlust) verbucht werden. Darin spiegeln sich die erfolgreichen Restrukturierungsmaßnahmen wider, die das Unternehmen zukunftsfähig aufstellen. Der Hauptgrund für die positive Entwicklung liegt aber in dem 2017 um 31% (in USD) gestiegenen Aluminiumpreis, der den Umsatz bei etwa gleich gebliebenen Produktionsmengen auf 3,2 Mrd. USD (+25%) hob. Der Alcoa-Aktienkurs hat sich seit November 2016 (Ausgründung der Weiterverarbeitungssparte in die eigenständige Arconic) nahezu verdoppelt.

Novartis

Der Pharma-Gigant steigerte im abgelaufenen Geschäftsjahr, hauptsächlich bedingt durch höhere Erträge assoziierter Gesellschaften, den Reingewinn um 15% auf 7,7 Mrd. USD. Das operative Ergebnis stieg im vierten Quartal und führt, zusammen mit einer gut gefüllten Pipeline von Projekten in fortgeschrittener Entwicklungsphase, zu einem positiven Ausblick. Auch das Wachstum bei innovativen, neueren Medikamenten wie Cosentyx (Anfang 2015 zugelassenes Präparat gegen Autoimmunerkrankungen), welches bereits 2,1 Mrd. USD Umsatzbeitrag geleistet hat, sollte helfen, die Stagnation des Umsatzes bei 49,1 Mrd. USD auf Konzernebene zu überwinden. Die Dividende wird 2% auf 2,80 CHF angehoben.

Das Jahr 2017

Rückblick

2017 war ein weiteres gutes Aktienjahr. Besonders gut entwickelten sich europäische Unternehmen mit kleiner Marktkapitalisierung. Das spiegelt sich in den Ergebnissen der RIV-Fonds wider. Der international anlegende Mischfonds RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds mit Anlageschwerpunkt auf Unternehmen mit großer Börsenkapitalisierung erreichte eine Jahresperformance von +6,8%, der mittlere und kleinere Unternehmen akzentuierende, international anlegende Aktienfonds RIV Aktieninvest Global sogar +17,0%. Beide Fonds bewegen sich damit nun seit vielen Jahren in der Spitzengruppe vergleichbarer Fonds.

Hauptgrund für die gute Entwicklung der Aktien ist weiterhin das Fehlen von Anlagealternativen im Nullzinsumfeld. Weltweit sorgen Zentralbanken durch ihre expansive Geldpolitik für ein extrem niedriges oder gar negatives Zinsniveau. Die damit einhergehende finanzielle Repression (negative Realverzinsung durch Zinsen unterhalb der Inflationsrate) ermöglicht es Staaten, sich auf Kosten von Sparern und Staatsanleihen-Käufern schrittweise zu entschulden. Wer sein Vermögen in 2017 auf dem Sparbuch oder in verzinslichen Anlagen guter Bonität investierte, erlitt, wie schon die Jahre zuvor, einen Kaufkraftverlust. Die Politik der finanziellen Repression hat den Staaten schon jetzt eine spürbare Entlastung der Staatshaushalte gebracht. Jedoch wird dieser hinzugewonnene finanzielle Spielraum in den wenigsten Fällen dazu genutzt, um langfristige, strukturelle Probleme zu lösen. Stattdessen werden Sozialausgaben erhöht, um in der Wählergunst zu steigen. Die Verschuldungsproblematik besteht aber weiterhin und wird in Krisenzeiten schnell wieder ein beherrschendes Thema werden. Ein Ende der Niedrigstzinspolitik ist daher nicht in Sicht.

Auch in 2017 setzten sich die Aktienmärkte über Unsicherheit schürende politische Ereignisse hinweg: Die nordkoreanischen Raketentest-Provokationen mit folgenden US-Drohgebärden, die wenig Konkretes hervorbringenden Brexit-Verhandlungen, die Wirren um die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens oder der Wahlausgang in Deutschland, Europas größter Volkswirtschaft, mit dem zähen Ringen um eine Regierungsbildung – keines dieser Ereignisse hatte länger währenden Einfluss auf die Aktienmärkte. Andererseits gab es aber auch stützende politische Ereignisse, z. B. die Wahl von Macron zum französischen Staatspräsidenten und sein kraftvoller Auftritt als Europa- und Euro-Befürworter sowie Arbeitsmarktreformer. Ebenfalls schaffte es US-Präsident Trump, erstmals gemeinschaftlich mit dem Parlament und seiner Partei, allen Unkenrufen der Medien zum Trotz, mit seiner Steuerreform noch einen großen Wurf zum Jahresende.

Auch wenn die politische Unsicherheit weltweit hoch bleibt und die Zahl der regionalen Konfliktherde zumindest gefühlt zunimmt, hat sich wie in den vergangenen Jahren gezeigt, dass die Politik meist nur begrenzten Einfluss auf die langfristige Entwicklung der globalen Aktienmärkte hat.

Bei den wichtigsten Währungen war die Entwicklung 2017 gegenüber dem Euro wie folgt:
US-Dollar -12,2%, Schweizer Franken -8,4%, Japanischer Yen -9,1% und das Britische Pfund -3,8%.
Den US-Dollar konnten auch die von der amerikanischen Notenbank vollzogene Zinserhöhung in Trippelschritten nicht stützen. Dies lag zum einen daran, dass das Zinsniveau absolut gesehen immer noch extrem niedrig ist und die Inflation in den USA mit 2,1% höher ist als in Euroland mit 1,5%. Zum anderen drückt die historisch hohe und weiter wachsende Staatsverschuldung in den USA den Wert des US-Dollars.

Ausblick

Die oben genannten politischen Herausforderungen werden ins neue Jahr hineinwirken und neue sind absehbar, etwa die Parlamentswahl Anfang März im hoch verschuldeten und von einem labilen Bankensystem geschwächten Italien. Die europakritischen Kräfte sind dort stark und eine Regierungsbildung wird schwierig werden. Da die EZB die Geldmenge weiter aufbläht, wird die finanzielle Repression anhalten. Mit dem Anziehen der Konjunktur und den folgenden breiten Einkommensverbesserungen wachsen, getrieben durch medial verstärkte soziale Vergleichsprozesse, die Bedürfnisse der Bevölkerung noch schneller. Regierungen werden, um Wähler zu binden bzw. zurück zu gewinnen, durch Ausschütten des sozialen Füllhorns der Bedürfnisbefriedigung hinterher hecheln und damit die Staatsfinanzen weiteren Risiken aussetzen.

In den USA sollte die Steuerreform den Aufschwung begünstigen. Die radikale Senkung der Körperschaftssteuer lässt den Unternehmen breite Mittel für Investitionen, die Ermäßigung der Einkommenssteuer begünstigt den privaten Konsum. Die zusätzlichen Steuereinnahmen, die der Aufschwung generiert, dürften allerdings die durch die Steuersenkung verursachten Ausfälle (1.500 Milliarden US-Dollar auf zehn Jahre) bei Weitem nicht kompensieren, was den Staatshaushalt zusätzlich belasten wird. Bereits jetzt beträgt die Staatsverschuldung der USA 106% des Bruttoinlandsprodukts bzw. 20,5 Billionen US-Dollar. Das heißt, dass auch hier die amerikanische Notenbank FED weiterhin die Staatsfinanzierung durch niedrige Zinsen unterstützen muss.

Auch in Asien stehen die Zeichen auf Wachstum, bestehende Probleme konnten in den Hintergrund gedrängt werden. In dem für die Weltwirtschaft immer wichtiger werdenden China bewegt sich das Wirtschaftswachstum im Rahmen der Regierungsvorgaben, im Hintergrund lauern massive faule Kredite von unprofitablen Staatsbetrieben und Immobilieninvestoren. In Japan zieht das Wachstum nach den politischen Reformen der Abe-Regierung nach der verlorenen Dekade endlich wieder an, die hohe Verschuldung und die strukturellen demographischen Probleme bestehen aber weiterhin und wachsen langsam weiter. Andere asiatische Volkswirtschaften profitieren vom gesamtwirtschaftlichen Aufhol-Effekt gegenüber den entwickelten Nationen und wachsen daher rasant, was der breiten Bevölkerung zugutekommt. Nichtsdestotrotz verstärken sich gesellschaftliche und politische Probleme, die im Schatten des Wirtschaftswachstums wachsen.

Insgesamt verheißt das zu erwartende Wachstum der Weltwirtschaft und des internationalen Handels für Unternehmen gute Geschäfte, die sich in Umsatz- und Gewinnzuwächsen widerspiegeln sollten. Dies ist nun einmal die beste Voraussetzung für eine günstige Aktienkursentwicklung. Anlagealternativen fehlen, Anleihen guter Bonität werfen so gut wie keine Renditen ab. Die Inflation wird angesichts der Notwendigkeit, die wachsende globale Staatsverschuldung zu finanzieren, anziehen, wogegen die Aktie als Sachwert bestmöglichen Schutz bietet. Wir werden unsere Anlagen weiterhin breit diversifiziert nach Ländern, Währungen und Branchen überwiegend auf Aktien basieren. In diesem Umfeld bleibt unsere Anlagepolitik, die Grundlage des langjährigen Anlageerfolgs der R.I. Vermögensbetreuung, unverändert.

November 2017

Makroökonomische Einflussfaktoren

Während amerikanische und japanische Aktien stiegen, gaben europäische nach. Der US-Dollar wertete zum Euro um 1,9% ab. Auch die meisten anderen wichtigen Währungen verloren teils merklich zum Euro. Aus Sicht des Euro-Anlegers spiegeln sich diese Abschläge im Wert der Aktien, die er aus diesen Währungsräumen hält, wider.

EU

Der Aufschwung hält an. Gemäß erster Schätzung ist das Bruttoinlandsprodukt in der Europäischen Union im dritten Quartal um 0,6% gestiegen (Vergleichsbasis Vorquartal). Unter den großen Volkswirtschaften hat Deutschland mit einer Rate von +0,8% zum Spitzenreiter Spanien aufgeschlossen. Auch Italien beschleunigt und kommt jetzt wie Frankreich auf +0,5%. Großbritannien (+0,4%) steht weiterhin am Ende und die Aussichten trüben sich ein, denn die Notenbank dort muss wegen der anziehenden Inflation (Jahresrate zuletzt bei 3%) bremsen und hat den Leitzins von 0,25% auf 0,5% erstmals seit 10 Jahren angehoben.

Transaktionen in unseren Fonds

Zukauf General Electric im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Wir haben die Bestandsposition General Electric nachgekauft. Dem technologiebasierten Industrieausrüster macht, wie seinen Wettbewerbern auch, die Energiesparte, insbesondere das derzeit rückläufige Geschäft mit Großturbinen, zu schaffen. Die neue GE-Führung wird mit einer umfassenden Restrukturierung gegensteuern und das Konglomerat auf die Sparten Energie-, Medizin- sowie Flugzeugtechnik konzentrieren. Im niedrigen Kurs, zu dem wir gekauft haben, ist schon viel Negatives eingepreist. Wir sehen mittelfristig gute Chancen für eine Kurserholung.

Teilverkauf Aixtron im RIV Aktieninvest Global

Anleger haben verstärkt Anteile unseres Fonds erworben, weswegen das Fondsvermögen einen größeren Barmittelzufluss verzeichnet hat. Überdies haben wir knapp die Hälfte unserer Aixtron-Position veräußert. Der auch durch Übernahmefantasien getriebene Aktienkurs vervierfachte sich binnen sieben Monaten, was die sich bessernde wirtschaftliche Situation des Unternehmens deutlich überzeichnet. Wir haben 73% Gewinn aus dem Teilverkauf realisiert und sind dem gegen Monatsende auftretenden merklichen Kursrückgang zuvorgekommen. Um die Aktienquote im Fonds zu halten, haben wir breit gestreut Bestandspositionen mit guter Perspektive aufgestockt.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

ArcelorMittal

Das weltgrößte integrierte Stahl- und Bergbauunternehmen konnte im 3. Quartal bei Erlösen (17,6 Mrd. USD, +21%) und Überschuss (1,2 Mrd. USD, +77%) deutlich zulegen. Ein Grund dafür ist der vor allem in Europa gestiegene Rohstahl-Verkaufspreis. Treiber hierfür war die anziehende Nachfrage aus den wichtigen Abnehmerindustrien des Fahrzeug-, Maschinen- und Wohnungsbaus sowie die Strafzölle gegen Billigimporte aus China. Die gute Stahlkonjunktur zieht auch den Verkaufspreis für den Grundstoff Eisenerz nach oben. Überdies hat ArcelorMittal hier die Förderung merklich hochgefahren.

McDonald’s

Der Fastfood-Riese ist damit erfolgreich, den Betrieb von Restaurants aus eigener Regie in die Hände von regional verankerten Franchisenehmern, die oft besser auf Kundenbedürfnisse eingehen können, zu legen. Diese Strategie vermindert zwar, wie im dritten Quartal geschehen, den nominalen Umsatz (5,8 Mrd. USD, -10%), weil dieser jetzt bei Franchisenehmern anfällt, jedoch fallen dort auch die Kosten an, was den Franchisegeber McDonald‘s entlastet, dem jetzt Franchisegebühren zufließen.  Der Reingewinn legte auf 1,9 Mrd. USD (+48%) zu. Darin enthalten ist ein kräftiger Sondereffekt aus dem Teil-Verkauf der China-/Hongkong-Aktivitäten. Die Quartalsdividende steigt um 7% auf 1,01 USD.

Oktober 2017

Makroökonomische Einflussfaktoren

Die bedeutenden Aktienmärkte legten zu, wobei der japanische Nikkei-Index mit einem Plus von 8% weit herausragte. Der eskalierende Konflikt und die Wirren um die Unabhängigkeitsbestrebungen Kataloniens von Spanien hinterließen so gut wie keine Spuren. Der Euro gab zum US-Dollar nur leicht nach.

Eurozone

Die Europäische Zentralbank verlängert ihr Anleihenkaufprogramm bis mindestens September 2018 bei Halbierung der monatlichen Kaufsumme auf 30 Mrd. EUR ab Januar. Den Leitzins will sie noch lange Zeit bei 0,0% belassen. Das heißt für Sparer, dass verzinsliche Anlagen weiterhin keine Rendite abwerfen werden.

USA

Trotz Produktionsausfällen durch verheerende Wirbelstürme wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im dritten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 3,0%, nach revidiert 3,1% im zweiten Quartal.

China

Das BIP-Wachstum betrug im dritten Quartal 6,8% nach jeweils 6,9% in den beiden vorangegangenen Quartalen (Vergleichsbasis: jeweils Vorjahreszeitraum). Damit geht der Konjunkturaufschwung weiter. Allerdings schwillt auch die Verschuldung, insbesondere bei den oftmals ineffizienten großen Staatsbetrieben, an.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

ABB

Der Energie- und Automatisierungstechnik-Riese befindet sich auf gutem Weg, den angestoßenen Turnaround zu bewältigen. Sowohl Auftragseingang (8,2 Mrd. USD, +5%) als auch Umsatz (8,7 Mrd. USD, +3%) nahmen im dritten Quartal zu (Kennzahlen auf Basis von Lokalwährungen, bereinigt um Akquisitionen und Veräußerungen). Die Sparten Elektrifizierungsprodukte (z. B. Infrastruktur für Elektrofahrzeuge, Solarwechselrichter, Umspannwerke) und Robotik/Antriebe (Industrieroboter, Motoren, Generatoren) arbeiteten merklich effizienter, die Margen stiegen. Auch die Sparten Industrieautomation und Stromnetze kamen voran. Bedingt durch Kosten für Restrukturierung und Akquisitionen stagnierte der Reingewinn bei 571 Mio. USD. Der Aktienkurs in Euro bewegt sich nahe dem 17-Jahres-Hoch.

Verizon

Bei der Telekommunikationsgesellschaft liefen die Geschäfte im dritten Quartal besser als erwartet. Im Mobilfunk-Segment, in dem Verizon führend auf dem US-Heimatmarkt ist, stieg die Zahl der Vertragskunden dank Online-Flatrate-Angeboten um 603.000. Damit konnte man sich in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld behaupten. Die Konzern-Erlöse stiegen 2,5% auf 31,7 Mrd. USD, der Reingewinn blieb mit 3,6 Mrd. USD konstant. Die Quartalsdividende wurde um 2% auf 0,59 USD angehoben. Damit hat Verizon im 11. aufeinanderfolgenden Jahr die Dividende erhöht.

September 2017

Makroökonomische Einflussfaktoren

Nordkorea startete Raketen, die erstmals sogar das japanische Festland überflogen. Das schürte weltweit Ängste, der UN-Sicherheitsrat verschärfte die Wirtschaftssanktionen gegen das politisch isolierte Land, der Verbalabtausch mit den USA eskalierte. Unbeeindruckt von allem legten im Berichtsmonat die bedeutenden Aktienmärkte zu. Der Euro tendierte gegenüber dem US-Dollar unverändert.

USA

Ab sofort wird die Notenbank Anleihen in ihrem Bestand, die auslaufen, nicht mehr (vollständig) durch den Kauf anderer Anleihen ersetzen. Der Bestandswert wird so monatlich zunächst um 10 Mrd. USD, ab 2018 um bis zu 50 Mrd. USD reduziert. Damit wird dem Kreislauf Geld entzogen, was tendenziell zinssteigernd wirkt.

Transaktionen in unseren Fonds

Kauf Corning im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Das Unternehmen ist ein Technologieführer (7.500 Patente) auf den Arbeitsfeldern Spezial-Glas und Keramik. Seine Glas-/Keramiksubstrate werden durch Schmelzen, Präzisionsformung, Aufdampfen und Pressen weiterverarbeitet. So entstehen Flüssigkristall-Anzeigen/-Bildschirme (LCD) und organische Leuchtdioden (OLED) für Mobiltelefone, Tablets und TV-Geräte. Mobiltelefone sind häufig auch mit dem harten Gorilla-Glas von Corning ausgestattet, von dem erwartet wird, dass es rasch breitere Anwendung in der Automobilindustrie (Windschutzscheiben, Panoramadächer) findet. Angesichts immer strengerer Umweltvorschriften birgt auch das Geschäft mit Keramikwerkstoffen für Kfz-Katalysatoren und -Partikelfilter großes Potenzial. Die Telekommunikationsbranche wird mit Glasfaser-Lösungen versorgt. Die Technologieführerschaft ermöglicht es Corning, eine hohe Umsatzrendite zu erwirtschaften. Die Gesellschaft ist gut finanziert, nicht hoch bewertet und zahlt Dividende.

Veränderungen in Bestandspositionen im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Das mit hohen Cash-Beständen ausgestattete Biotech-/Pharma-Unternehmen Gilead Sciences hat in Kite Pharma ein vielversprechendes Investitionsobjekt gefunden. Durch deren Übernahme erhält Gilead Zugriff auf eine neuartige Krebstherapie, bei der gentechnisch veränderte Zellen ins Immunsystem des Patienten gebracht werden, um Tumoren zu bekämpfen. Der Therapie wird sehr gute Wirksamkeit zugeschrieben, was den hohen Übernahmepreis (11,9 Mrd. USD) letztlich rechtfertigen würde. Dem Gilead-Aktienkurs gibt das eine neue Perspektive. Wir haben die Position aufgestockt.
Sowohl Gilead wie Corning sind US-Unternehmen. Um die US-Dollar-Position im Rationalinvest nicht zu groß werden zu lassen und eine ausgewogene Währungsstreuung aufrechtzuerhalten, haben wir im Gegenzug bei gut gelaufenen US-Bestandspositionen kleinere Teilverkäufe vorgenommen: Johnson & Johnson (realisierter Gewinn +158%), McDonalds (+88%), Medtronic (+149%).

Zukauf Vilmorin im RIV Aktieninvest Global

Die im Juli 17 im Aktieninvest eröffnete Anfangsposition mit dem Papier des Saatgut-Herstellers haben wir jetzt zu annähernd gleichen Konditionen ausgebaut. Wir sind unverändert der Meinung, dass das solide Geschäft unterbewertet ist und der Aktienkurs erhebliches Potenzial hat.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Anglo American

Der Verkauf unrentabler Unternehmensteile, verbunden mit einem rigorosen Sparprogramm und Personalabbau, beginnt sich für den Minenbetreiber (Diamanten, Kupfer, Platin, Kohle, Eisenerz) auszuzahlen. Im ersten Halbjahr konnte der Verlust der Vorjahresperiode von 813 Mio. USD in einen Reingewinn von 1,4 Mrd. USD gedreht werden. Anglo profitiert dabei von steigenden Rohstoffpreisen. Die Schulden sanken im Vergleich zum Jahresanfang um 2,3 Mrd. USD auf jetzt noch 6,2 Mrd. USD. Erstmals seit 2015 gibt es wieder eine Ausschüttung, in Form einer Zwischendividende in Höhe von 0,48 USD.

Vivendi

Die Medien-Gruppe steigerte im zweiten Quartal die Erlöse um 9% auf 2,8 Mrd. EUR und den Reingewinn um die Hälfte auf 75 Mio. EUR. Das ist vor allem der Musik-Sparte Universal Music Group (UMG) zu verdanken, die fast die Hälfte des Konzern-Umsatzes erwirtschaftet. Das Geschäft wurde angetrieben durch das Streaming, bei dem Plattformen wie Spotify ihren Abonnenten Musiktitel zugänglich machen. Dabei avancierte der UMG-Titel „Despacito“ von Luis Fonsi, der die internationalen Hitparaden stürmte, zum per Streaming meistgehörte Titel aller Zeiten. Die zweite große Sparte, der Pay-TV-Sender Canal+, wirtschaftet noch defizitär, jedoch zeigen sich deutliche Besserungstendenzen.

August 2017

Makroökonomische Einflussfaktoren

Am Anfang und Ende des Berichtsmonats wurden die Aktienkurse weltweit durch die provokativen Raketenstarts Nordkoreas und den (verbalen) militärischen Drohgebärden der USA darauf deutlich belastet. Sobald das Säbelrasseln nachließ, erfolgte die Erholung umgehend. So resultierten im Monatssaldo keine gravierenden Veränderungen an den wichtigen Aktienmärkten. Europa und Japan tendierten etwas leichter, die USA etwas stärker.
Der US-Dollar wertete zum Euro um 0,8% ab. Auch die anderen wichtigen Währungen verloren zum Euro, am stärksten die britische (-2,9%). Aus Sicht des Euroanlegers spiegeln sich diese Abschläge im Wert der Aktien, die er aus diesen Währungsräumen hält, wider.

EU

Der Aufschwung in der Europäischen Union ist robust. Gemäß europäischem Statistikamt hat das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal um 0,6% angezogen, nach 0,5% im ersten (Vergleichsbasis jeweils Vorquartal). Unter den großen Volkswirtschaften ragt Spanien mit einer Rate von +0,9% heraus. Deutschland (+0,6%) liegt beim Durchschnitt, Frankreich (+0,5%) knapp darunter. Italien hat sich stabilisiert, wenn auch auf niedrigerem Niveau (+0,4%). Großbritannien (+0,3%) bleibt wegen der Brexit-Unsicherheiten Schlusslicht.

Japan

Vor allem ein starker Konsum, aber auch eine rege Investitionstätigkeit der Unternehmen und der öffentlichen Hand ließen das BIP im zweiten Quartal mit 1,0% gegenüber dem ersten zunehmen. Dies entspricht einer ungewöhnlich hohen Jahreswachstumsrate von etwa 4%. Japan verzeichnet damit Wachstum in sechs aufeinanderfolgenden Quartalen, eine Entwicklung, wie sie zuletzt 2005/2006 auftrat.

Transaktionen in unseren Fonds

Kauf Dick’s Sporting Goods im RIV Aktieninvest Global

Der in den USA agierende Sport-Einzelhändler führt ein breites, alle Preissegmente, sowohl Markenartikel bekannter Sportausrüster wie Eigenmarken, umfassendes Sortiment von Sport-/Fitness-Geräten, Bekleidung und Schuhen. Der Vertrieb erfolgt über ein wachsendes Netz von derzeit rund 680 Filialen. Dabei setzt DSG auf eine immer engere Verzahnung der Filialen mit seinem schnell wachsenden Online-Handel, welcher bereits 12% am Gesamtumsatz ausmacht. Auch dient die DSG-Online-Plattform als Kundenbindungsinstrument: Amateurvereine können dort ihre Termine, z. B. ihren Liga-Spielplan, verwalten, untereinander kommunizieren, erhalten interessante Live-Ticker und finden Zugang zu Spenden und Sponsoren. Seine fortschreitende Digitalisierung eröffnet DSG die Chance, den Strukturwandel in der gesamten Branche besser zu bewältigen als die Wettbewerber, entsprechend sehen wir beim günstigen Einstiegs-Aktienkurs Luft nach oben. DSG ist gut finanziert, überzeugt mit kontinuierlichem Umsatzwachstum, verdient gutes Geld und zahlt eine attraktive Dividende.

Zukäufe in Bestandspositionen im RIV Aktieninvest Global

Die Generika-Branche (Hersteller von Nachahmer-Medikamenten) ist wegen der Krise um den Marktführer Teva mit Kursabschlägen in Sippenhaft genommen worden. Wir haben die günstige Bewertung unserer soliden Dr. Reddys Laboratories zur Aufstockung genutzt. Beim Halbleiterhersteller Cirrus Logic haben wir unsere im März 17 aufgebaute Anfangsposition erweitert, weil die Handy-Branche weiterhin boomt und Cirrus seinen Kunden dort technologischen Vorsprung bei der Audio- und Sprach-Signal-Verarbeitung verschafft. Der Aktienkurs in US-Dollar hat seit unserem Einstieg angezogen, der Rückgang des US-Dollars zum Euro hat dies aber mehr als kompensiert und damit den Zukauf verbilligt.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Medtronic

Trotz ungünstiger Wechselkurseffekte konnte das global führende Medizintechnikunternehmen (Hauptarbeitsgebiete: Herz-/Gefäßchirurgie, Herzrhythmuskontrolle, Herzkranzgefäße, Diabetes, Wirbelsäulen-/Schmerztherapie) im Ende April abgelaufenen Geschäftsjahr die Erlöse um 3% auf 29,7 Mrd. USD und den Reingewinn um 14% auf 4 Mrd. USD steigern. Nach Regionen betrachtet, bleiben die USA mit 56% Umsatzanteil wichtigster Einzelmarkt. Starkes Wachstum findet allerdings mit einer währungsbereinigten Rate von 9% in den Schwellenländern (13% Umsatzanteil) statt. Medtronic konnte den Elan ins neue Geschäftsjahr mitnehmen und erwartet, auf dem Wachstumspfad zu bleiben. Die Quartalsdividende wird um 7% auf 0,46 USD angehoben.

Juli 2017

Makroökonomische Einflussfaktoren

Im Berichtsmonat tendierten die großen Aktienmärkte uneinheitlich. Europäische Aktien gaben leicht nach, japanische veränderten sich kaum. US-Aktien legten zu (Dow Jones +2,5%). Der Zugewinne wurden jedoch aus Sicht des in Euro rechnenden Anlegers durch die weitere Abwertung des US-Dollars (-2,7%) gegenüber dem Euro mehr als aufgezehrt. Auch andere Währungen werteten ab, etwa der Schweizer Franken um -3,8%. Das heißt im Umkehrschluss, dass der Euro weiterhin Stärke zeigt. Zum US-Dollar erreichte er ein 2 1/2-Jahres-Hoch.

USA

Der Aufschwung nimmt Fahrt auf. Getragen vom privaten Konsum und unternehmerischer Investitionstätigkeit legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,6% zu, nach revidiert 1,2% im ersten Quartal.

China

Die Konjunktur ist robust. Nach offiziellen Angaben wuchs das BIP im zweiten genau wie im ersten Quartal mit 6,9% (Vergleichsbasis: jeweils Vorjahreszeitraum). Starke Impulse kamen vom Export, aber auch die Binnenwirtschaft entfaltete Dynamik.

Transaktionen in unseren Fonds

Kapitalerhöhung Banco Santander im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Die global ausgerichtete Großbank hat im spanischen Heimatmarkt die Banco Popular übernommen, welche in der Finanz-/Immobilienkrise unter die Räder kam und von der Europäischen Zentralbank zuletzt als nicht überlebensfähig eingestuft worden ist. Santander baut mit dem Zukauf zum Preis von einem symbolischen Euro seinen Anteil auf dem iberischen Markt aus, insbesondere im Kreditgeschäft mit kleinen und mittelgroßen Unternehmen. Die Integration sollte ohne größere Probleme gelingen. Wir haben uns an der Kapitalerhöhung von Santander so weit beteiligt, dass deren Depotanteil im Rationalinvest 2% nicht übersteigt und eine breite Risikostreuung aufrechterhalten wird.

Verkauf Shiseido im RIV Aktieninvest Global

Beim japanischen Kosmetikhersteller hatten wir 2010 eine Anfangsposition aufgebaut. Der Aktienkurs (in Euro) bewegte sich in der Folge tendenziell seitwärts, ehe ab Anfang 2015 unter großen Schwankungen ein Anstieg einsetzte, der sich zuletzt versteilte. Wir haben die hohe Bewertung zum Verkauf der Position genutzt und dabei einen Gewinn von 102% realisiert.

Kauf L’Occitane im RIV Aktieninvest Global

Im Gegenzug haben wir innerhalb derselben Branche in der wesentlich günstiger bewerteten L’Occitane International eine Position eröffnet. Neben der ursprünglichen Marke „L‘ Occitane en Provence“, die das Flair und die Lebensart der Provence, wo das Unternehmen auch gegründet wurde und seinen Sitz hat, ausstrahlt, gibt es mittlerweile drei weitere: „Melvita“, „erborian“ und „L’Occitane au Bresil“. Das Unternehmen hat sich bei der Erzeugung seiner Parfums und Gesichtspflegeprodukte ökologische und nachhaltige Verfahrensweisen auf die Fahnen geschrieben und bedient den wachsenden Markt der Naturkosmetika mit einer weltweiten Vertriebsorganisation, die ca. 1.500 eigene Ladengeschäfte (Boutiquen) umfasst und ebenso viele, die von Franchise-Nehmern betrieben werden. L’Occitane hat Umsatz und meist auch den Gewinn in den letzten Jahren steigern können, ist sehr solide finanziert und zahlt eine Dividende, die im Vergleich zu den Wettbewerbern am oberen Rand der Spanne liegt.

Kauf Vilmorin im RIV Aktieninvest Global

Die weltweite Nr. 4 auf dem nicht-zyklischen, kontinuierlich wachsenden Saatgutmarkt hat ihren Schwerpunkt auf der Erzeugung von Saatgut für Weizen, Roggen, Gemüse und Mais. Bei letzterem gibt es in Nordamerika ein Joint Venture mit der weltweiten Nr. 3, unserer Bestandsposition KWS Saat. Weil sich die Produktangebote kaum überschneiden, hat der Vilmorin-Kauf gegenüber einer Aufstockung der KWS-Position den Vorteil, dass das Aktieninvest-Portfolio noch breiter gestreut wird. Vilmorin ist solide finanziert, konnte in den vergangenen Jahren Umsatz und Gewinn bei erheblichen Schwankungen tendenziell steigern, bezahlt verglichen mit KWS Saat eine höhere Dividende und hat eine bäuerliche Genossenschaft als Ankeraktionär (74% Anteil), was zusätzlich Stabilität bringt. Der langjährig seitwärts gerichtete Aktienkurs hat deutlich Luft nach oben. Die Branche befindet sich in einem Konsolidierungsprozess, in den unter Umständen auch Vilmorin involviert werden könnte, womöglich als Übernahmeziel.

Juni 2017

Makroökonomische Einflussfaktoren

Im Berichtsmonat tendierten die großen Aktienmärkte uneinheitlich. Während europäische Aktien verloren, legten US-Aktien und japanische Aktien leicht zu. Der Zugewinn dort wurde jedoch aus Sicht des in Euro rechnenden Anlegers durch die Abwertung der Währungen gegenüber dem Euro mehr als aufgezehrt (USD -1,5% und Yen -2,7%). Gründe für den steigenden Euro waren unter anderem der Sieg des europafreundlichen Macron bei den französischen Parlamentswahlen, die Einigung der Euro-Finanzminister, Griechenland weitere Kredite über 8,5 Mrd. EUR zu gewähren, sowie eine Äußerung von EZB-Chef Draghi, die dahingehend interpretiert wurde, dass die Europäische Zentralbank 2018 ihre Anleihekäufe vermindern könnte.

USA

Mit der Begründung, dass die Konjunktur gut läuft und mit einer Arbeitslosenquote von 4,3% quasi Vollbeschäftigung herrscht, hat die Notenbank Fed den Leitzins erwartungsgemäß um 0,25 Prozentpunkte auf eine Spanne zwischen 1% und 1,25% erhöht. Es handelt sich um die zweite Anhebung im laufenden Jahr, für das die Fed noch eine weitere andeutet. Überdies will die Fed ihre Bilanz dadurch verkürzen, dass die Mittel für auslaufende Anleihen nicht mehr vollständig reinvestiert werden. Auch das wirkt zinssteigernd.

Transaktionen in unseren Fonds

Teilverkauf ISRA VISION im RIV Aktieninvest Global

Seit wir Ende 2009 mit Auflegung unseres Fonds eine Anfangsposition aufgebaut hatten, ist die Aktie des innovativen, technologieführenden Spezialisten für Bildverarbeitungsprogramme, z. B. zur Roboter-Führung und automatisierten Oberflächeninspektion, kontinuierlich und im Zeitverlauf immer steiler gestiegen. Mittlerweile hatte sich der Einstandswert mehr als verzehnfacht, womit auch die Gewichtung der Position im Aktieninvest zugenommen hatte. Um die breite Risikostreuung im Portfolio weiterhin aufrechtzuerhalten, haben wir ein Viertel der Position verkauft. Gleichwohl besteht angesichts des anhaltenden geschäftlichen Erfolgs durchaus weiteres Kurspotenzial bei der Aktie.

Fusion von Siemens Gamesa im RIV Aktieninvest Global

Die Fusion der Windenergieanlagensparte des Siemens-Konzerns mit der spanischen Gamesa ist abgeschlossen. Das Gemeinschaftsunternehmen, an dem Siemens knapp 60% hält, ist einer der weltweit größten Windenergieanlagen-Hersteller und heißt „Siemens Gamesa Renewable Energy“.

Aufstockung Toray Industries im RIV Aktieninvest Global

Der Aktienkurs ist etwas zurückgekommen. Das haben wir genutzt, um die Position um ein Drittel aufzustocken. Die Gesellschaft hat ein solides, breit gefächertes Basisgeschäft (Kunststoffe; chemische, textile, pharmazeutische, bautechnische Vor- und Fertigprodukte). Darüber hinaus ist Toray führend in der Carbonfaser-Entwicklung und -Herstellung. Dieser Hochleistungswerkstoff mit besonderen Eigenschaften (z. B. stabil, leicht, leitfähig, temperaturbeständig) findet immer breitere industrielle Anwendungen.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Kyocera

Dem japanischen Elektronikspezialisten mit seinem breit aufgestellten Komponenten- und Fertigproduktegeschäft, mit dem er sich in erster Linie an Industriekunden wendet, hat im abgelaufenen Geschäftsjahr (31.03.) der starke Yen zu schaffen gemacht. Dies erschwerte Exporte. Der Umsatz ging insgesamt um 4% auf umgerechnet 11,9 Mrd. EUR zurück, obwohl er in den Sparten, die vom Automobilaufschwung in Asien profitierten, anzog. Der operative Gewinn kam hauptsächlich infolge von Kosteneinsparungen um 13% auf 880 Mio. EUR voran. Zuflüsse aus dem Verkauf von Vermögensteilen, wie in der Vorperiode, fielen nicht an, weswegen sich der Reingewinn um 5% auf 870 Mio. EUR verminderte. Die Jahresdividende steigt um 10% auf 110 Yen.

Novo-Nordisk

Nach einem die hochgespannten Erwartungen enttäuschenden Geschäftsverlauf 2016 hat das dänische Gesundheitsunternehmen, gestützt auf eingeleitete Sparmaßnahmen und auch günstige Wechselkurseffekte, im ersten Quartal in die Erfolgsspur zurückgefunden. Umsatz (umgerechnet 3,8 Mrd. EUR, +5%) und Reingewinn (1,4 Mrd. EUR, +7%) zogen unerwartet stark an. Die Insulinanwendungen zur Diabetesbekämpfung als größte Sparte trugen dazu, insbesondere auch mit Produktneuerungen, wesentlich bei. Schwierigkeiten bereitet weiterhin der wichtige US-Markt, auf dem der Preisdruck, bedingt durch neue Wettbewerber und mehr Nachahmer-Produkte, anhält.

Mai 2017

Makroökonomische Einflussfaktoren

Bei allgemein freundlicher Grundtendenz ragten US-Technologieaktien (+2,5%) und japanische Werte (+2,4%) heraus. Diese Gewinne wurden allerdings aus Sicht des in Euro rechnenden Anlegers durch die Rückgänge bei US-Dollar und Yen aufgezehrt. Der Wahlsieg Macrons sorgte für ein europafreundliches Umfeld, in dem der Euro gegenüber den anderen Währungen anziehen konnte. Der stärkere Euro verteuert Exporte in andere Währungsräume und wirkt damit dämpfend auf den viel kritisierten deutschen Handelsbilanzüberschuss.

Europäische Union

Gemäß einer ersten Schnellschätzung der europäischen Statistikbehörde nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im ersten Quartal 17 um 0,5% zu, nach einem Plus von 0,6% im Schlussquartal 16 (Vergleichsbasis jeweils Vorquartal). Unter den großen Volkswirtschaften wächst Spanien (+0,8%) weiterhin am stärksten. Deutschland (+0,6%) zeigt sich robust, Frankreich (+0,3%) hat an Dynamik verloren und Italien (+0,2%) stagniert auf niedrigem Niveau. Großbritannien spürt jetzt die Brexit-Auswirkungen. Das BIP-Wachstum brach dort um mehr als die Hälfte auf nur noch 0,3% ein und die Inflation zog auf hohe 2,7% an, worin sich die durch die Schwäche der britischen Währung bedingten höheren Einfuhrpreise widerspiegeln.

Japan

Im ersten Quartal stieg das BIP verglichen zum Vorquartal um 0,5%, der fünfte Quartalszuwachs in Folge.

Transaktionen in unseren Fonds

Kapitalerhöhung Suez S.A. im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Der Wasserversorger und Umweltdienstleister (Abfallentsorgung/-recycling) betreibt ein solides, international ausgerichtetes Geschäft, das angesichts des Wachstums der Weltbevölkerung und zunehmender Verstädterung gute Perspektiven bietet. Da macht die Übernahme der Wassersparte von General Electric Sinn. An der zur Finanzierung durchgeführten Kapitalerhöhung haben wir teilgenommen.

Verkauf Syngenta im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Nach Andienung von 95% ihrer Aktien haben die Syngenta-Aktionäre der Übernahme durch ChemChina zugestimmt. Um jederzeit flexibel handeln zu können, hatten wir unsere Syngenta-Aktien nicht zum Kauf angedient. Um trotzdem die für Andiener ausgelobte Sonderdividende nicht zu verlieren, haben wir unsere Anteile vor dem Stichtag an der Börse verkauft, als die Dividende noch im Aktienkurs enthalten war. Mit diesem Börsengeschäft sind wir auch unkalkulierbaren Wechselkursschwankungen (ChemChina-Angebot in US-Dollar, Syngenta-Notiz in Schweizer Franken, Verkaufserlös in Euro) aus dem Weg gegangen, die bis zur endgültigen Abwicklung der Übernahme noch eintreten könnten. Wir haben einen Gewinn von 183% realisiert.

Übernahme von Air Methods im RIV Aktieninvest Global

Schon beim Kauf im September 16 hatten wir in unserem Monatsbericht erwähnt, dass der Spezialist für Krankentransporte mit Helikopter und Flugzeug übernommen werden könnte. Genau das ist eingetreten. Die übernehmende Gesellschaft (American Securities) hat 43 USD pro Air Methods-Aktie in bar bezahlt. Wir haben einen Gewinn von 36% realisiert.

Ausgründung Galenica AG/Vifor Pharma AG im RIV Aktieninvest Global

Die Galenica AG hat sich in Vifor Pharma AG umbenannt. Überdies hat der Schweizer Gesundheitsdienstleister seine Sparte Apothekenbetrieb/Medikamentengroßhandel in ein eigenständiges Unternehmen ausgegründet und dieses erfolgreich an die Börse gebracht. Die zugeflossenen Mittel erleichtern Vifor die Finanzierung von Zukunftsprojekten, z. B. die Entwicklung neuer Medikamente.

Übernahme von InvenSense im RIV Aktieninvest Global

Der Anbieter von Bewegungs- und Geräuschsensoren, die hauptsächlich in Smartphones oder Tablets verbaut werden, wurde von der japanischen TDK übernommen, die 13 USD je InvenSense-Aktie in bar bezahlt hat. Wir haben einen Gewinn von 44% realisiert.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Telefonica

Die geografisch breit aufgestellte Telefongesellschaft steigerte im ersten Quartal die Erlöse um 5% auf 13,1 Mrd. EUR und den Überschuss um 42% auf 880 Mio. EUR. Vor allem die lateinamerikanischen Märkte wuchsen dank guter Akzeptanz von neuen Serviceangeboten durch die Kunden, aber auch durch günstige Wechselkursrelationen. Auf dem spanischen Heimatmarkt hilft die gute Konjunktur und in Deutschland können noch Synergien aus der E-Plus-Übernahme gehoben werden.

April 2017

Makroökonomische Einflussfaktoren

Im April tendierten Aktien freundlich, insbesondere US-Technologiewerte (+2,3%). Euroland-Aktien (+1,7%) erhielten Schub durch den Sieg des europafreundlichen Kandidaten Macron im ersten Wahlgang der französischen Präsidentschaftswahlen, genau wie der Euro, der sich gegenüber dem US-Dollar verteuerte (+1,8%).

USA

Die Bürger hielten sich im ersten Quartal beim Konsum zurück, weswegen das Bruttoinlandsprodukt (BIP) mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von nur 0,7% (Vorquartal 2,1%) zunahm.
Die Regierung hat Eckpunkte der im Wahlkampf versprochenen Steuerreform skizziert: Senkung des Unternehmenssteuersatzes von 35% auf 15%, des individuellen Einkommensteuer-Spitzensatzes von 40% auf 35%, Abschaffung der Erbschaftssteuer. Die Gegenfinanzierung bleibt vage: Steuermehreinnahmen durch den mit der Reform auszulösenden Konjunkturaufschwung, Rückholung der Auslandsgewinne von US-Unternehmen bei einmaliger Besteuerung, Schließung von Steuerschlupflöchern. Die ursprünglich angekündigte Importsteuer soll nicht kommen. Die staatliche Schuldenaufnahme könnte sich beschleunigen.

China

Dank anziehender Exporte wuchs das BIP im ersten Quartal mit 6,9% überraschend stark, nach 6,8% im Schlussquartal 2016 (Vergleichsbasis: jeweils Vorjahreszeitraum).

Transaktionen in unseren Fonds

Verkauf Abengoa S.A. im RIV Aktieninvest Global

Die Gesellschaft hat lange ihre Überschuldung infolge spezifischer Arten der Unternehmens- und Projektfinanzierung vor Anlegern verschleiert. Der nach Bekanntwerden eintretende Vertrauensentzug durch die Investoren versperrte schlagartig den Zugang zum Kapitalmarkt. Da das operative Geschäft in „grünen“ Geschäftsfeldern an sich zukunftsfähig und rentabel ist, konnte eine geordnete Insolvenz vollzogen werden. Aus dieser ist Abengoa nun mit neuer Kapitalstruktur hervorgegangen, allerdings zum Nachteil der alten Anteilseigener. Wir haben die gesamte Position mit Verlust geräumt, auch aufgrund der weiterhin mangelhaften Informationspolitik des Unternehmens.

Verkauf Deutsche Euroshop AG im RIV Aktieninvest Global

Die 21 Shoppingcenter-Beteiligungen der Immobiliengesellschaft liegen zumeist außerhalb der großen, „hippen“ Metropolen, oftmals in Ostdeutschland oder Osteuropa. Das Publikum dort dürfte auf möglichen Kaufkraftverlust z. B. durch Konjunktureintrübung oder Inflation sehr sensibel reagieren. Der Aktienkurs hat in den vergangenen sehr guten zwei Einzelhandelsjahren keine Aufwärtsdynamik entwickelt, sich bestenfalls seitwärts bewegt. Wir haben die Position mit einem Gewinn von über 70% geräumt.

Kauf Stef S.A. im RIV Aktieninvest Global

Das Transport- und Logistikunternehmen hat sich auf das Segment der temperaturempfindlichen Produkte spezialisiert und führt mit einem Anteil von etwa 40% den französischen Heimatmarkt an, in dem der Löwenanteil des Umsatzes erwirtschaftet wird. Mit ca. 1.900 Fahrzeugen, 1.950 Kühl-Anhängern,
4 Fähren und einer Logistikinfrastruktur von über 200 Kühlhäusern/gekühlten Kaibereichen kommen Frischware und Tiefkühlkost zum Kunden. Der Kapitalbedarf ist in der ganzen Branche hoch, Investitionen werden über Kredite finanziert. Stef hat den Vorteil, dass ein großer Immobilienbestand als Sicherheit eingesetzt werden kann. Umsatz und Gewinn konnten in den letzten Jahren tendenziell gesteigert werden. Das Unternehmen zahlt eine auskömmliche Dividende. Wir haben die günstige Bewertung zum Aufbau einer Anfangsposition genutzt.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Infosys

Der indische IT-Dienstleister unterstützt seine Kunden, die über den ganzen Globus und alle Branchen verteilt sind, Strategien für ihre digitale Transformation zu entwickeln und umzusetzen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (31.03.) zogen die Erlöse um 10% auf umgerechnet 9,9 Mrd. EUR an, der Reingewinn um 6% auf 2,1 Mrd. EUR. Infosys hebt die Dividende für das vergangene Geschäftsjahr um 6% an und stellt für das gerade begonnene in Aussicht, seine Aktionäre durch Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe im Gegenwert von bis zu 1,9 Mrd. EUR am Unternehmenserfolg zu beteiligen.

März 2017

Makroökonomische Einflussfaktoren

Im Berichtsmonat stachen Euroland-Aktien mit einem Plus von 5,5% hervor. Die anderen bedeutenden Märkte veränderten sich nur wenig und lagen etwas über oder unter ihrem Stand von Ende Februar. Der US-Dollar gab gegenüber dem Euro um 1,1% nach.

Eurozone

Aufgrund statistischer Sondereffekte hat sich die Inflationsrate im März nach ersten Schätzungen bei 1,5% eingependelt (Vergleichsbasis Vorjahresmonat). Zuvor war sie binnen eines Jahres so steil gestiegen wie seit 2009/10 nicht mehr. Im Februar 2017 markierte sie einen vorläufigen Höchststand von 2,0%. Unter den großen Volkswirtschaften sind Deutschland und Spanien stark betroffen, weil die Konjunktur dort gut läuft.

USA

Weil mit einer niedrigen Arbeitslosenquote (4,7%) und einer auf nahe 2% gestiegenen Inflation die Voraussetzungen erfüllt sind, hat die Notenbank (Fed) den Leitzins um einen weiteren Viertelprozentpunkt auf eine Spanne zwischen 0,75% und 1% erhöht. Die Fed führt damit ihren behutsamen, Anleihe- und Aktienmärkte schonenden geldpolitischen Kurs fort. Für 2017 stellt sie noch zwei weitere Zinsschritte in Aussicht.

Transaktionen in unseren Fonds

Kapitalerhöhung Deutsche Bank AG im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Durch eine Kapitalerhöhung werden Zweifel an einer angemessenen Kernkapitalquote ausgeräumt und Mittel für Zukunftsprojekte wie der Integration der Postbank eingeworben. Die Perspektive ist gut. Wir haben an der Kapitalerhöhung teilgenommen.

Verkauf Brocade Communications im RIV Aktieninvest Global

Der Aktienkurs des Netzwerkausrüsters hat sich bei der Veräußerung unserer Anteile an der Börse nahe am Langzeithoch bewegt, auf das ihn ein Übernahmeangebot gehievt hatte. Die übernehmende Gesellschaft bietet zwar einen um 3% höheren Preis, zahlbar allerdings frühestens im Mai. Bis dahin könnte durch eine zwischenzeitlich eingeleitete Kartellprüfung die Übernahme längere Zeit verzögert oder gar infrage gestellt werden. Wir haben bei unserem Börsen-Verkauf das Zweieinhalbfache der ursprünglichen Investitionen erlöst.

Kauf Cirrus Logic im RIV Aktieninvest Global

Der Halbleiterproduzent besetzt eine Nische in der Audio- und Sprach-Signal-Verarbeitung. Dort tritt er als Systemanbieter auf, der nicht nur Komponenten fertigt, sondern mit seinem technologischen Know-how die gesamte Wertschöpfungskette seines Arbeitsfeldes abdeckt, was eine hohe Eintrittsbarriere für Wettbewerber darstellt. Die positive Umsatz-/Gewinnentwicklung wird getragen von der Nachfrage der Smartphone-Hersteller. So wurde beim neuesten iPhone die Kopfhörer-Steckbuchse durch eine Cirrus-Digitalverbindungslösung ersetzt. Andere Smartphone-Hersteller werden Apple folgen. Cirrus ist bestens finanziert und günstig bewertet. Letzteres könnte das Unternehmen zu einem Übernahmeziel machen und hat uns die Gelegenheit gegeben, eine Anfangsposition aufzubauen.

Kauf Silicon Motion Technology im RIV Aktieninvest Global

Das Halbleiterunternehmen ist der weltweit führende Hersteller von NAND Flash-Controllern, einer Technologie, die z. B. in Smartphones und Tablets zum Einsatz kommt und dort den schnellen Datenzugriff bei Schreib- und Leseanforderungen sicherstellt. Dank Technologieführerschaft und auch der Breite verfügbarer Technologien kann SiMo andere Chip-Produzenten, darunter Branchengrößen wie Intel oder Samsung, beliefern. SiMo ist sehr gut finanziert, erwirtschaftet in einer Zukunftsbranche, in der Technologievorsprünge allerdings durch die Entwicklungstätigkeit von Wettbewerbern ständig infrage gestellt werden, Umsatz- und Gewinnzuwächse und zahlt eine Dividende. Der Aktienkurs hat sich von seinem 2016 erreichten Höchststand entfernt, was wir zum Einstieg genutzt haben.

Februar 2017

Makroökonomische Einflussfaktoren

Im Berichtsmonat stachen Euroland-Aktien mit einem Plus von 5,5% hervor. Die anderen bedeutenden Märkte veränderten sich nur wenig und lagen etwas über oder unter ihrem Stand von Ende Februar. Der US-Dollar gab gegenüber dem Euro um 1,1% nach.

Eurozone

Aufgrund statistischer Sondereffekte hat sich die Inflationsrate im März nach ersten Schätzungen bei 1,5% eingependelt (Vergleichsbasis Vorjahresmonat). Zuvor war sie binnen eines Jahres so steil gestiegen wie seit 2009/10 nicht mehr. Im Februar 2017 markierte sie einen vorläufigen Höchststand von 2,0%. Unter den großen Volkswirtschaften sind Deutschland und Spanien stark betroffen, weil die Konjunktur dort gut läuft.

USA

Weil mit einer niedrigen Arbeitslosenquote (4,7%) und einer auf nahe 2% gestiegenen Inflation die Voraussetzungen erfüllt sind, hat die Notenbank (Fed) den Leitzins um einen weiteren Viertelprozentpunkt auf eine Spanne zwischen 0,75% und 1% erhöht. Die Fed führt damit ihren behutsamen, Anleihe- und Aktienmärkte schonenden geldpolitischen Kurs fort. Für 2017 stellt sie noch zwei weitere Zinsschritte in Aussicht.

Transaktionen in unseren Fonds

Zukauf Vodafone im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Zwar spürt Vodafone im wichtigen indischen Markt zunehmenden Wettbewerbsdruck, die breite geografische Aufstellung wirkt jedoch ausgleichend. Stark steigende Datenvolumen werden das Geschäft des Mobilfunk-Riesen auch in Zukunft antreiben, desgleichen neue Angebote wie die Streaming-Plattform GigaTV. Wir haben den günstigen Aktienkurs genutzt und die Position aufgestockt.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

3M

Das innovative Multitechnologie-Unternehmen hält 25.000 Patente und wendet sich mit seinen 50.000 Produkten sowohl an Endverbraucher (Post-it, Scotch-Brite) wie an Industriekunden. Im Geschäftsjahr 2016 (Erlöse kaum verändert bei 30,1 Mrd. USD; Reingewinn 5,05 Mrd. USD, +4,5%) lag der Fokus auf der Verbesserung der Marge. Mit einem deutlichen Anstieg der Umsatzrendite stellte sich im vierten Quartal der Erfolg ein, der auch für die Zukunft hoffen lässt. Die Aktie notiert auf Allzeithoch. Die Quartalsdividende wird um 6% auf 1,175 USD angehoben. 3M zahlt damit seit 100 Jahren ununterbrochen Dividende und hat diese in den letzten 59 aufeinanderfolgenden Jahren immer erhöht.

Novartis

Die Pharma-Gesellschaft meldet für das Geschäftsjahr 2016 durchwachsene Zahlen: Erlöse -2% auf 48,5 Mrd. USD, Reingewinn -5% auf 6,7 Mrd. USD. Vor allem die Augenheilkunde belastet weiter, weswegen jetzt der Verkauf der gesamten Sparte erwogen wird. Dann könnte sich Novartis ganz auf Medikamente konzentrieren. Die verschreibungspflichtigen Präparate sind hochprofitabel, solange ein Patentschutz vorliegt. Die Forschungs-Pipeline ist hier insbesondere bei Krebspräparaten gut gefüllt, sodass in absehbarer Zeit einige Blockbuster mit mehr als einer Milliarde USD Umsatzpotenzial zur Marktreife gebracht werden könnten. Die Dividende wird 2% auf 2,75 Schweizer Franken angehoben.

Rio Tinto

Der Bergbau-Gigant kürzt zwar die Dividende, allerdings viel weniger als erwartet. Das liegt an der Entwicklung der Rohstoffpreise (vor allem für Eisenerz), die sich im Verlauf des Geschäftsjahres 2016 von ihrem Tiefstand im Frühjahr so stark erholten, dass Rio Tinto den Vorjahresverlust von 870 Mio. USD noch in einen Reingewinn von 4,6 Mrd. USD drehen konnte, wodurch die Ausschüttung finanzierbar wird. Die Erlöse sanken 3% auf 33,8 Mrd. USD. Das Unternehmen hat eisern gespart und die Schulden um 30% auf 9,6 Mrd. USD gedrückt.

UPM Kymmene

Im Geschäftsjahr 2016 belief sich der Umsatz auf 9,8 Mrd. EUR (-3%) und der Überschuss auf 880 Mio. EUR (-4%). Obwohl UPM als klassischer Papierhersteller der „Old Economy“ zuzurechnen ist, in der Profitabilitätszuwächse schwierig zu realisieren sind, wurde durch zielgerichtete Investitionen in Wachstumsfelder und Einsparungen das mit dem Vorjahr vergleichbare operative Ergebnis um ein Viertel auf 1,1 Mrd. EUR gesteigert. Diese gute finanzielle Basis sollte zukünftig auch wieder eine Ausweitung des Umsatzes, der zuletzt durch den Verkauf von Unternehmensteilen geschmälert wurde, möglich machen. Die Dividende steigt 27% auf 0,95 EUR. Der Aktienkurs erreichte Ende Januar ein Allzeithoch.

Januar 2017

Makroökonomische Einflussfaktoren

Im Berichtsmonat gab es keine großen Veränderungen an den wichtigen Aktienmärkten mit Ausnahme von US-Technologie-Aktien, die merklich zulegten. Der US-Dollar schwächte sich gegenüber dem Euro um 2,3% ab.

USA

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im Schlussquartal deutlich langsamer als erwartet mit annualisiert 1,9%, auch weil der starke Dollar US-Waren und -Dienstleistungen im Ausland verteuerte und damit den Export hemmte. Die Wachstumsrate für das Gesamtjahr 2016 belief sich auf 1,6%.

China

Die Konjunktur lief zum Jahresende hin besser. Nach offiziellen Angaben betrug das BIP-Wachstum im Schlussquartal 6,8% (Vergleichsbasis: Vorjahreszeitraum), während sich für das Gesamtjahr 2016 eine Rate von 6,7% ergab. Die zukünftige Entwicklung hängt wesentlich davon ab, inwieweit der neue US-Präsident seinen insbesondere gegenüber der chinesischen Exportwirtschaft proklamierten protektionistischen Kurs umsetzen wird.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Banco Santander

Bei der Großbank entfaltete sich im Schlussquartal eine starke geschäftliche Dynamik. Das hob den Jahresüberschuss 2016 um 4% auf 6,2 Mrd. € und eröffnet gute Perspektiven. Der Verzicht auf Investmentbanking-Aktivitäten und die breite Aufstellung nach Regionen (Hauptergebnisbeiträge: Brasilien 21%, Großbritannien 20%, Spanien 12%, Mexiko 8%, Chile 6%, USA 5%) verleihen dem Geschäftsmodell Solidität. Banco Santander betreibt mit 13.000 Stützpunkten (Stand: Ende 2015) weltweit eines der größten Bankfilialnetze. Der Aktienkurs markierte mit dem Brexit-Entscheid Ende Juni 2016 einen Tiefpunkt. Der anschließende Aufwärtstrend hat den Aktienkurs auf den höchsten Stand seit über einem Jahr gehievt.

General Electric

Mit der Trennung von ihren in der Finanzkrise in Schieflage geratenen Bankgeschäften und der Konzentration auf ihre Industriesparten (Lokomotiven, Flugzeugtriebwerke, Medizintechnik, Ausrüstung für die Öl-/Gasindustrie und die Stromerzeugung/-übertragung) hat die Gesellschaft den Turnaround geschafft. Der Verlust von 6,1 Mrd. USD im Jahr 2015 wurde 2016 in einen Reingewinn von 8,8 Mrd. USD gedreht. Die Erlöse nahmen im abgelaufenen Geschäftsjahr um 5% auf 123,7 Mrd. USD zu, für 2017 werden weitere 5% organisches Wachstum, also ohne Zukäufe, erwartet. Der Aktienkurs bewegt sich nahe am 8-Jahres-Hoch. Die Quartalsdividende wurde im Dezember um 4% auf 0,24 USD angehoben.

McDonald’s

Der Wegfall von Umsatz durch den Verkauf einstmals eigener Filialen an Franchisenehmer hat die Erlöse im vergangenen Geschäftsjahr gemindert (24,6 Mrd. USD, -3%). Der Rückgang fiel kleiner als erwartet aus, weil Big-Mac-Liebhaber insbesondere in Großbritannien, Australien, China, Japan und Südamerika einen guten Appetit entwickelten. Auch im dominierenden US-Heimatmarkt, in dem McDonald’s gegenüber anderen Fast-Food-Anbietern ins Hintertreffen geraten war, lief es dank Neuheiten auf der Speisekarte wie ganztägigem Frühstück und gesünderen Essensangeboten besser. Allerdings gibt es hier noch Aufhol-Potenzial. Der Reingewinn zog um 3% auf 4,7 Mrd. USD an. Bereits im Dezember wurde eine um 6% erhöhte Quartalsdividende von 0,94 USD ausgeschüttet.

Samsung Electronics

Dem Elektronik-Giganten haften Image-Probleme an, die aus der gescheiterten Einführung seines Flaggschiff-Smartphones Galaxy Note 7 wegen entzündbarer Akkus und der Verwicklung eines Konzern-Erben in einen Bestechungsskandal um die südkoreanische Präsidentin herrühren. Der Samsung-Erfolgsstory tut dies jedoch keinen Abbruch. So konnte 2016 der Umsatz trotz Nichteinführung des Note 7 bei umgerechnet 158,5 Mrd. € gehalten werden, der Überschuss sprang um 19% auf 17,8 Mrd. €, was einer fabelhaften Umsatzrendite von über 11% entspricht. Nicht nur Smartphones florierten, auch die Sparten Halbleiter, Displays und Fernsehgeräte trugen zu diesem Ergebnis bei. Der Aktienkurs notiert beim Allzeithoch. Die Dividende steigt auf 28.500 südkoreanische Won, ein Zuwachs von 36%.

Das Jahr 2016

Rückblick

2016 hat sich letztendlich doch noch als gutes Aktienjahr erwiesen, obwohl es lange Zeit anders aussah. Dies spiegelt sich in den Ergebnissen der RIV-Fonds wider. Der RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds mit Anlageschwerpunkt auf Unternehmen mit hoher Börsenkapitalisierung übertraf mit einem Plus von 8,1% die meisten großen Aktienindizes und erreichte im Dezember seinen höchsten Stand seit anderthalb Jahren. Damit festigte der Rationalinvest seinen Platz in der Spitzengruppe der international anlegenden Mischfonds. Der RIV Aktieninvest Global mit Anlageschwerpunkt auf kleineren und mittleren Unternehmen schaffte sogar eine Jahresperformance von 11,3% und markierte im Dezember seinen Höchststand. Über kürzere Zeiträume zeigen unsere Fonds manchmal unterschiedliche Wertentwicklungen, die sich jedoch bisher immer wieder ausgeglichen haben, sodass sich langfristig betrachtet die Wertentwicklungen beider Fonds annähern.

Im Januar 2016 setzte sich der im Herbst 2015 begonnene starke Kursrückgang an den internationalen Aktienmärkten fort. Anleger waren dazu übergegangen den parallel verlaufenden Verfall des Rohölpreises, der schon in 2014 begonnen hatte, als Zeichen einer weltweiten Konjunkturschwäche zu interpretieren. Im Februar folgte die Wende ohne erkennbaren Grund: Der Rohölpreis begann zu steigen und mit ihm die Aktienmärkte, die damit ihr Jahrestief 2016 schon hinter sich gelassen hatten. Das unerwartete Brexit-Votum Ende Juni belastete die Aktienkurse nur wenige Tage und die unerwartete Trump-Wahl Anfang November verursachte schon gar keine Kursrückgänge mehr. Im Gegenteil, die Aktien zogen bis Jahresende stark an, auch das Scheitern des Verfassungsreferendums in Italien Anfang Dezember konnte dem nichts entgegensetzen.

Ausblick

Unsere langfristigen Erwartungen sind wenig verändert. Die westlichen Industriestaaten sind weiterhin hochverschuldet. Durch finanzielle Repression (Zinsen unterhalb der Inflationsrate) versuchen sich Staaten auf Kosten der Sparer und Staatsanleihen-Käufer Stück für Stück zu entschulden. Die finanzielle Repression ist die subtilere und intransparente Art des Schuldenabbaus ohne die Notwendigkeit von drastisch gekürzten Staatsausgaben, einer Staatsinsolvenz, Vermögensabgabe oder Hyperinflation und wurde z. B. schon nach 1945 von vielen, durch den zweiten Weltkrieg hochverschuldeten Staaten genutzt. So lag die Rendite einer 10-jährigen Bundesanleihe im Dezember 2016 bei 0,2%, während die Inflationsrate in Deutschland auf Jahressicht bei 1,7% lag. Um eine spürbare Entlastung für Staatshaushalte zu erzielen, müsste dieser Zustand noch längere Zeit anhalten.

Vor diesem Hintergrund bevorzugen wir langfristig den Sachwert Aktie gegenüber Anleihen, auch wenn Aktien zunehmend wirtschaftlichen und politischen Risiken ausgesetzt sind. Denn in der EU schwindet der Zusammenhalt, Mitgliedsländer haben nationale Interessen im Blick, eine gemeinsame Politik ist kaum mehr zu erkennen. In diesem Klima finden in Deutschland, Frankreich und mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in Italien, den drei größten Volkswirtschaften der Eurozone, 2017 Wahlen statt. Sollten Euro-Kritiker Einfluss erhalten, welches zumindest in Italien nicht undenkbar ist, könnte es zu Turbulenzen bei der Gemeinschaftswährung kommen. Ausgaben für Wahlversprechen werden die Staatsverschuldungen weiter erhöhen, während die Europäischen Zentralbank gleichzeitig durch ihre Niedrigstzinspolitik und Anleihekäufe die Geldschwemme aufrecht hält. Ähnlich ist die Situation in Japan: Die ultralockere Geldpolitik der Notenbank in Verbindung mit gestiegenen Staatsausgaben konnte das Wachstum bisher nicht spürbar anschieben, Inflationsrisiken haben sich dafür aber erhöht. Anders in den USA: Die US-Notenbank deutet mit der jüngsten kleinen Zinserhöhung und drei weiteren für 2017 ins Auge gefassten Trippelschritten eine behutsame Abkehr von der Niedrigstzinspolitik an. Dagegen steht das angekündigte Trump-Programm aus Steuersenkungen und massiven staatlichen Verkehrsinfrastrukturinvestitionen, welches die bereits hohe Staatsverschuldung signifikant ansteigen lassen würde. Kurzfristig könnte dies die Konjunktur beflügeln und wäre für Unternehmen positiv zu bewerten. Die Inflationsrisiken steigen jedoch. Die zweitgrößte Volkswirtschaft, China, hat sich stabilisiert. Allerdings dürften von dort keine zusätzlichen Impulse für die Weltwirtschaft kommen. Als Problem könnte sich der Trumpsche Protektionismus entpuppen, der in China zu Dumpingbedingungen produzierte Waren als einen Hauptgrund für US-Arbeitsplatzverluste ansieht. Das Ergreifen protektionistischer Maßnahmen, z. B. das Erheben von Zöllen, könnte zur Eskalation führen und den globalen Handel beeinträchtigen.

In diesem Umfeld schätzen wir Aktien gegenüber Anleihen als attraktivere Anlage mit bestmöglichem Schutz vor Kaufkraftverlust ein. Unsere Anlagepolitik, die Grundlage des langfristigen Anlageerfolgs der R.I. Vermögensbetreuung ist, bleibt unverändert bestehen.

November 2016

Makroökonomische Einflussfaktoren

Befürchtungen, ein Sieg Trumps würde die Börsen belasten, traten nicht ein. Während sich der europäische Aktienmarkt kaum veränderte, erhielten US-amerikanische und japanische Aktien Schub, sodass auf Monatssicht hier ein deutliches Plus resultierte. Branchen wie Finanzen, Industrie, Konsum oder Roh-/Grundstoffe waren gefragt. Sie würden von Trumps angestrebtem Konjunkturprogramm, basierend auf Steuersenkungen für Bürger und Unternehmen sowie massiven staatlichen Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur, profitieren. Einfuhrzölle, z. B. auf chinesische Waren, sowie der Verzicht auf neue internationale Freihandelsabkommen bzw. die Kündigung bestehen-der sollen die heimische Wirtschaft schützen. US-Unternehmen sollen durch einen temporär sehr niedrigen Steuersatz motiviert werden, ihre im Ausland erzielten und gebunkerten Gewinne in die Heimat zu überweisen. Das brächte Kapital ins Land. Die Kehrseite von alledem könnte sein, dass die schon hohe Verschuldung noch schneller zunehmen würde und steigende Inflation nach sich zöge.
Anleihekurse fielen, im Umkehrschluss stieg die Verzinsung, hier werden bereits Inflationserwartungen eingepreist. Der US-Dollar zog auf breiter Front an und notierte gegenüber dem Euro nahe am 14-Jahres-Hoch.

EU

Wie im zweiten Quartal nahm das Bruttoinlandsprodukt in der Europäischen Union auch im dritten um 0,4% zu (Vergleichsbasis jeweils Vorquartal). Die großen Volkswirtschaften Frankreich (+0,2%) und Italien (+0,3%) konnten sich aus der Stagnation lösen, blieben aber wie Deutschland (+0,2%) unter dem Durchschnitt. Großbritannien (+0,5%) zeigte sich auch im ersten vollständigen Quartal nach dem Brexit-Votum robust. In Spanien (+0,7%) hält der kräftige Aufschwung an und beflügelt den Arbeitsmarkt.

Transaktionen in unseren Fonds

Veränderung Alcoa im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Die Altgesellschaft Alcoa Inc. wurde am 01.11.16 aufgespalten in zwei neue börsennotierte Gesellschaften, Alcoa Corp. und Arconic. Als voneinander unabhängige Unternehmen sollen sie ihre jeweiligen, sehr unterschiedlichen Absatzmärkte zukünftig besser bearbeiten und durchdringen können. Die traditionelle Rohaluminium-Erzeugung ist jetzt bei der Alcoa Corp. angesiedelt. Bei Arconic ist die Aluminium-Weiterverarbeitung zu technisch anspruchsvollen Fertigteilen, insbesondere für die Auto- und Flugzeugindustrie, gebündelt. Wir haben die Aktien der beiden neuen Gesellschaften behalten, weil wir deren jeweiliges Geschäftsmodell für zukunftsfähig halten. Zum 30.11.16 lagen die addierten Depotwerte der beiden neuen Gesellschaften über dem letzten Depotwert der alten Alcoa Inc. vom 31.10.16.

Kauf Amsterdam Commodities im RIV Aktieninvest Global

Acomo, so der Kurzname, hat sich als Rohstoffhändler auf über 500 Agrarprodukte wie Gewürze, Kräuter, Nüsse, getrocknete Früchte, Tee und Nahrungsmittelzutaten spezialisiert. Diese bilden eine Nische, weil sie nicht an Terminbörsen gehandelt werden, Acomo ist damit nicht der Konkurrenz der Agrarrohstoff-Giganten ausgesetzt. Über den reinen Handel hinaus erwirtschaftet das Unternehmen auch Umsatz mit Lagerung, Mischung, Reinigung, Verpackung sowie dem Transport seiner Agrarprodukte. Dabei werden die einzelnen Produktsegmente von selbstständig agierenden Untergesellschaften bearbeitet, die durch ihre Spezialisierung originäre Marktkenntnisse erlangen. Acomo ist gut finanziert. Das Umsatz- und Ge-winnwachstum der letzten Jahre sollte sich fortsetzen und ist Grundlage der attraktiven Dividende.

Oktober 2016

Makroökonomische Einflussfaktoren

Europäische Aktien tendierten seitwärts, amerikanische etwas leichter. Japanische Aktien legten merklich zu. Der Euro verlor gegenüber dem US-Dollar und stieg gegenüber dem Yen etwas an.
Nach dem Brexit-Entscheid Ende Juni setzte sich der Kursverfall des britischen Pfundes gegenüber den anderen bedeutenden Währungen auch im Berichtsmonat fort.

USA

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im dritten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,9%. Dies lag über den Erwartungen und weist auf einen robusten Aufschwung hin.

China

Wie in den beiden Quartalen zuvor legte das BIP auch im dritten offiziell 6,7% (Vergleichsbasis: jeweils Vorjahreszeitraum) zu. Dabei ist nicht mehr die sich weiter abschwächende Exportleistung der Wachstumsmotor, sondern ein durch staatlich geförderte Kreditvergabe angeheizter Häusermarkt, der die Preise in einigen Metropolen binnen eines Jahres um bis zu 75% steigen ließ. Um einer Blasenbildung entgegenzuwirken, haben die Verwaltungen mehrerer betroffener Städte jetzt harsche Restriktionen für den Wohnungskauf eingeführt, z. B. hohe Eigenkapitalanforderungen für Kaufinteressenten.

Transaktionen in unseren Fonds

Verkauf Peabody Energy Corp. im RIV Aktieninvest Global

Dank eines starken Preisanstiegs von Kohle zur Stahlproduktion in Australien und Indien sowie Fehlspekulationen von Hedgefonds, die über Leerverkäufe auf einen weiter fallenden Aktienkurs gesetzt hatten, hat sich der zuvor auf Allzeittief gefallene Aktienkurs des Kohleförderers seit Mitte Oktober vervielfacht. Wir haben diese Konstellation ausgenutzt und unsere Peabody-Position geräumt um die aufgelaufenen Verluste zu begrenzen und einer möglichen endgültigen Insolvenz der Firma zuvorzukommen.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Verizon Communications Inc.

Der Telekom-Gigant spürt den Wettbewerb auf dem heimischen US-Markt. Insbesondere Mobilfunkkunden werden mit niedrigen Preisen umworben. Verizon konnte hier 442.000 Vertragskunden im dritten Quartal gewinnen, weniger als erwartet. Um zukünftig Konzernumsatz (30,9 Mrd. USD, -7%) und Reingewinn (3,6 Mrd. USD, -10%) anzukurbeln, will Verizon nicht nur mit dem Verkauf von Anschlüssen für das Internet Geld verdienen, sondern dort selbst am schnell wachsenden Werbemarkt partizipieren. Dazu soll die Übernahme des Internetpioniers Yahoo dienen, dem neues Leben eingehaucht werden soll. Die Quartalsdividende steigt um 2% auf 0,58 USD.

September 2016

Makroökonomische Einflussfaktoren

Die zunächst abbröckelnden Aktienkurse stiegen mit dem anziehenden Rohölpreis zum Monatsende hin wieder. Die OPEC, das Kartell wichtiger Rohölproduzenten, hatte eine preistreibende Förderbeschränkung beschlossen. Auch die Nachricht, dass die Deutsche Bank voraussichtlich eine weit geringere Strafe für ihre zweifelhaften US-Hypothekengeschäfte zahlen muss als zunächst befürchtet, schaffte am letzten Börsenhandelstag des Monats Erleichterung. Per Monatssaldo resultierten in Europa und Amerika kaum veränderte Aktienkurse, in Japan gab es einen leichten Rückgang. Der Euro bewegte sich gegenüber dem US-Dollar kaum und verbilligte sich leicht zum Yen.

Eurozone

Entgegen der Erwartung einiger Marktteilnehmer hat die Europäische Zentralbank die Geldpolitik auf ihrer September-Sitzung nicht noch weiter gelockert. Es bleibt dabei, dass sie bis März 2017 monatlich für ca. 80 Mrd. € Staats- und Unternehmensanleihen aufkauft. Den Leitzins belässt sie bei null. Einen „Strafzins“ von -0,4% erhebt die EZB von Geschäftsbanken, die überschüssige Mittel über Nacht bei ihr „parken“. Eine spürbare Erhöhung der Kreditnachfrage und in der Folge Ankurbelung der Konjunktur haben all diese Maßnahmen nicht bewirkt. Denn Unternehmen wie Verbraucher nehmen nicht allein wegen niedriger Zinsen Kredite auf, sondern in erster Linie, weil Vertrauen in eine gute zukünftige wirtschaftliche Entwicklung besteht.

Transaktionen in unseren Fonds

Veränderung E.ON SE, Uniper SE im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Unsere Bestandsposition E.ON hat den konventionellen Kraftwerkspark, den internationalen Energiehandel und andere Vermögensteile in eine eigenständige Gesellschaft namens Uniper ausgegliedert und diese an die Börse gebracht. Die E.ON-Aktionäre erhielten für 10 E.ON-Aktien eine Uniper-Aktie ins Depot gebucht. Als Wertausgleich sank der Börsenkurs von E.ON am Emissionstag von Uniper. Entgegen allen Unkenrufen, es handele sich bei Uniper um eine „Resterampe“, verlief das Börsendebut passabel. Beide Unternehmen addiert kamen auf einen höheren Börsenwert als E.ON in der alten Aufstellung. Da auf konventionelle Energieerzeugung auch in Zukunft nicht verzichtet werden kann, haben wir die Uniper-Aktie behalten.

Kauf Novo Nordisk A/S im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Der weltweit führende Hersteller von Insulin zur Diabetes-Behandlung und entsprechender Injektionssysteme hat sich zum Börsenschwergewicht mit großer Marktkapitalisierung entwickelt. Diabetes wird sich weiter schnell ausbreiten, insbesondere in Schwellenländern, in denen das Unternehmen heute schon gut vertreten ist. Novo-Nordisk wirtschaftet hochprofitabel, ist bestens finanziert und zahlt eine auskömmliche Dividende. Wir haben eine Kursschwäche, hervorgerufen durch eine unwesentliche Korrektur bzw. Präzisierung des Umsatz- und Gewinnziels für 2016 genutzt, um eine Position im Rationalinvest aufzubauen. Im Aktieninvest haben wir Novo-Nordisk bereits 2010 in den Anfangsbestand aufgenommen, damals noch als wesentlich kleineres Unternehmen. Die Position im Aktieninvest werden wir bei günstiger Gelegenheit abbauen, sodass es keine Überschneidungen in unseren beiden Fonds gibt.

Kauf Air Methods Corp. im RIV Aktieninvest Global

Die auf den US-Heimatmarkt konzentrierte Gesellschaft erwirtschaftet 90% ihres Umsatzes mit Ambulanzflügen, die zum Großteil mit eigenen Helikoptern und Flugzeugen durchgeführt werden. Ein Drittel sind Flüge zu Unfallorten im Rahmen langfristiger Verträge mit Krankenhäusern, zwei Drittel Krankentransporte zwischen Kliniken nach Bedarf. Daneben werden Tourismusflüge und die Ausstattung fremder Helikopter mit medizinischen Geräten angeboten. Air Methods hat auf dem zersplitterten Zukunftsmarkt der Flugtransporte Übernahmen getätigt. Dies hat das Umsatz- und Gewinnwachstum angetrieben. Das Unternehmen ist trotz der Akquisitionen ausreichend gut finanziert und könnte selbst einmal Übernahmeziel werden. Wir haben die günstige Bewertung zum Einstieg genutzt.

August 2016

Makroökonomische Einflussfaktoren

Im Berichtsmonat legte der japanische Aktienmarkt moderat zu. Europa und die USA tendierten unverändert. Der Euro gab gegenüber dem US-Dollar leicht nach und legte gegenüber dem Yen leicht zu. Der Rohölpreis erholte sich deutlich von seinem Zwischentief.

EU

Nach 0,5% im ersten Quartal wuchs das Bruttoinlandsprodukt in der Europäischen Union im zweiten um 0,4% (Vergleichsbasis jeweils Vorquartal). Die großen Volkswirtschaften Frankreich und Italien fielen in die Stagnation zurück. Großbritannien (+0,6%), wo das Brexit-Votum erst am Ende des Quartals stattfand und somit noch keine Auswirkungen haben konnte, und Spanien (+0,7%) hoben den Durchschnitt an.

USA

Nach der ersten Leitzinserhöhung vergangenen Dezember wird eine zweite noch in diesem Jahr immer wahrscheinlicher, wie die Zentralbankchefin angedeutet hat. Die Konjunktur schäumt zwar nicht gerade über, ist aber so robust, dass sich die Arbeitsmarktentwicklung, für die Zentralbank (Fed) ein sehr wichtiges Entscheidungskriterium, günstig darstellt. Auch die Inflation geht in die von der Fed gewünschte Richtung..

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Cisco Systems

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (30.07.) stagnierte der Umsatz bei 49,2 Mrd. USD. Dabei gelang es Cisco, den rückläufigen Trend bei seinen traditionellen Hardwareprodukten (Router, Switches), die die Infrastruktur des Internets bei Groß- und Telekommunikationsunternehmen bilden, auszugleichen mit Wachstum bei mehr Software-basierten Services und Segmenten wie dem Internet der Dinge (Geräte, die über das Internet selbstständig miteinander aufgabenorientiert kommunizieren) oder Cloud-Lösungen. Bei Investitionen in diese Zukunftsfelder hilft der um ein Fünftel rasant gestiegene Reingewinn von 10,7 Mrd. USD weiter, darüber hinaus wird konsequent gespart und rationalisiert.

Enel

In einem auch für einen weltweit agierenden Energieversorger herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld sanken die Erlöse im ersten Halbjahr um 9% auf 34,15 Mrd. €, während der Überschuss unverändert bei 1,8 Mrd. € lag. Gleichwohl wird die Ergebnisprognose für das Gesamtgeschäftsjahr angehoben, weil sich der italienische Heimatmarkt und der wichtige lateinamerikanische stetig besser entwickeln. In Italien plant Enel ein großflächiges Breitbandnetz aufzubauen. Dazu könnte das eigene Elektrizitätsnetz kostengünstig mit Glasfaserkabeln aufgerüstet werden. Diese Telekommunikationsinfrastruktur soll dann gegen Bezahlung Telekom-Dienstleistern zur Nutzung überlassen werden.

Rio Tinto

Zwar wurde der Reingewinn im ersten Halbjahr auf 1,7 Mrd. USD mehr als verdoppelt, die Rückgänge beim um Sonderposten bereinigten operativen Ergebnis (-47% auf 1,6 Mrd. USD) und Umsatz (-14% auf 15,5 Mrd. USD) verdeutlichen jedoch, welche Schwierigkeiten die niedrigen Rohstoffpreise (insbeson-dere bei Kupfer) auch bei diesem Bergbau-Giganten verursachen. Seinen Wettbewerbern ist Rio Tinto allerdings voraus, weil Schulden schon früher konsequent zurückgeführt wurden. Dies eröffnet jetzt die finanziellen Spielräume, trotz des weiter bestehenden Sparkurses in neue Förderprojekte zu investierten und die Dividendenzahlung, wenn auch um die Hälfte reduziert, aufrecht zu erhalten.

Samsung Electronics

Das im Frühjahr neu eingeführte Smartphone-Spitzenmodell Galaxy S7 hat sich zum Verkaufsschlager entwickelt und maßgeblich zum guten Gesamtergebnis des zweiten Quartals (Überschuss +2% auf umgerechnet 4,6 Mrd. €, Erlöse +5% auf 39,8 Mrd. €) beigetragen. Darüber hinaus haben Kosteneinsparungen und eine Bereinigung der Modellflut bei billigeren Mobiltelefonen die Rentabilität der Handy-Sparte erhöht. Damit ist diese wieder wichtigster Gewinnbringer des Elektronik-Riesen, noch vor dem Halbleiter-Segment, das mit fallenden Preisen zu kämpfen hat. Der Aktienkurs zieht seit Februar dieses Jahres an und bewegt sich beim Allzeithoch.

Juli 2016

Makroökonomische Einflussfaktoren

Mögliche negative wirtschaftliche Brexit-Folgen, Putschversuch und Säuberungen in der Türkei, Terroranschläge und Amokläufe, protektionistische Parolen der beiden US-Präsidentschaftskandidaten, all dies brachte die Investoren im Juli nicht aus der Ruhe. Die wichtigen Aktienmärkte verzeichneten merkliche Zuwächse, insbesondere der japanische und US-Technologie-Aktien. Der Euro bewegte sich gegenüber dem US-Dollar und Yen kaum.

USA

Mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 1,2% wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im zweiten Quartal deutlich schwächer als erwartet.

China

Gemäß offiziellen Angaben betrug das BIP-Wachstum im zweiten Quartal genau wie im ersten 6,7% (Vergleichsbasis: jeweils Vorjahreszeitraum). Das lag leicht über den Erwartungen des Marktes und im Rahmen der Wachstumsprognose der Regierung für das Gesamtjahr 2016 (6,5% bis 7%).

Japan

Die Wahlen zur zweiten Parlamentskammer haben die konservative Regierung gestärkt, obwohl der nach ihrem Ministerpräsidenten Shinzo Abe mit „Abenomics“ bezeichnete wirtschaftspolitische Kurs seit Ende 2012 kaum Wirkung betreffend Wachstumsbeschleunigung und Deflationsbekämpfung erzielt hat. Daran dürfte sich auch durch das gerade angekündigte neue Konjunkturprogramm über umgerechnet 245 Mrd. € kaum etwas ändern, solange Wirtschafts-, Arbeitsmarkt- und Sozialreformen ausbleiben. Stattdessen nehmen die Risiken durch die enorme Staatsverschuldung (250% des BIP), die weiter anschwillt, zu.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Anglo American

Bei der in den vergangenen Jahren von sinkenden Rohstoffpreisen und sozialen Konflikten im Hauptförderland Südafrika belasteten britischen Minengesellschaft zeigen der eingeleitete radikale Unternehmensumbau und der rigide Sparkurs erste Erfolge in der Halbjahresbilanz. Der Verlust konnte um 70% auf 810 Mio. USD gesenkt werden, die Verschuldung gegenüber Ende 2015 um 1,2 Mrd. USD auf immer noch hohe 11,7 Mrd. USD. Zukünftig will sich Anglo auf die Förderung von Platin, Diamanten und Kupfer konzentrieren und hat die anderen Sparten, darunter auch bedeutende wie Eisenerz und Kohle, zum Verkauf gestellt. Der Aktienkurs notiert beim Ein-Jahres-Hoch.

General Electric

Der Umsatzbeitrag einer Unternehmensakquisition hat den Erlös des diversifizierten Industriekonzerns (Lokomotiven, Flugzeugtriebwerke, Medizintechnik, Ausrüstung für die Öl-/Gasindustrie und Stromer-zeugung/-übertragung) im zweiten Quartal auf 33,5 Mrd. USD (+15%) gehievt. Der durch Buchverluste aus dem Teil-Verkauf der Finanzsparte entstandene Konzernverlust der Vorjahresperiode (1,4 Mrd. USD) wurde in einen Reingewinn von 2,7 Mrd. USD gedreht. Den schwachen Bestelleingang aus der Öl-/Gasindustrie wegen niedriger Ölpreise konnten andere Sparten ausgleichen, was gute Aussichten auch für die zweite Jahreshälfte eröffnet. Der Aktienkurs bewegt sich beim Acht-Jahres-Hoch.

Medtronic

Der Medizintechnik-Weltmarktführer mit seinen Arbeits- und Therapieschwerpunkten Herzinsuffizienz, Herzrhythmus, Herzkranzgefäße, Diabetes, Neurologie, Wirbelsäulen- und Gefäßchirurgie hat die teure Übernahme des viel kleineren Wettbewerbers Covidien sehr gut bewältigt. Unter Einbeziehung von Covidien in die letztjährige Vergleichsbasis und Währungsschwankungen herausgerechnet, kamen die Erlöse von Medtronic im Ende April abgelaufenen Geschäftsjahr 7% auf 28,8 Mrd. USD voran. Der Reingewinn betrug 3,5 Mrd. USD. Der Aktienkurs bewegt sich nahe beim Allzeithoch. Die Dividende wird das 39. Jahr in Folge erhöht, dieses Mal um 13% auf 1,72 USD p.a.

Unibail-Rodamco

Das stark auf die Vermietung von Einkaufszentren in europäischen Ballungszentren spezialisierte Immobilienunternehmen blickt auf ein gutes erstes Halbjahr zurück. Die Mieteinnahmen stiegen auf 780 Mio. €, ein Zuwachs von 8%, der sich hauptsächlich aus Neuvermietungen speiste. Aber auch auf Bestandsflächen gab es ein Plus, was auf steigende Vermietungspreise hindeutet. Nach Regionen betrachtet, boomten Deutschland und Skandinavien, während Frankreich, der für Unibail-Rodamco weitaus größte Ein-zelmarkt, nur durchschnittlich zulegte.

Juni 2016

Makroökonomische Einflussfaktoren

Das unerwartete Votum für den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union hat Turbulenzen an den internationalen Aktien- und Devisenmärkten ausgelöst. Dabei nahmen die schwachen Börsen der ersten Hälfte des Berichtsmonats in den Handelstagen vor der Abstimmung in Erwartung eines EU-Verbleibs der Briten einen Aufschwung. Als das Ergebnis am Freitag, dem 24. dann feststand, gaben alle wichtigen Aktienmärkte deutlich nach, ehe in der letzten Handelswoche des Monats spürbare Erholungstendenzen einsetzten. Im Monatssaldo resultierte für den europäischen Aktienindex ein Minus von 6,5%. Beim japanischen Nikkei-Index betrugen die Abschläge 10%, wobei diese für den in Euro rechnenden Anleger größtenteils ausgeglichen wurden durch einen Anstieg des Yen, der als „sicherer Hafen“ gesucht war. Der amerikanische Dow Jones schaffte sogar ein Plus von einem Prozent.

Die Briten haben den Austritt aus der Europäischen Union beschlossen. Aber wird er auch kommen? Wir glauben nicht. Und falls doch, dann nicht kurzfristig und vermutlich auch nicht mit großer Trennschärfe. Denn die wirtschaftlichen Konsequenzen für Großbritannien (Absturz der Währung, schwache Börse, Beschädigung des Investitions-standorts, Rückstufungen der Kreditwürdigkeit durch die Ratingagenturen, Absenkung der Wachstumsprognose) waren schon unmittelbar nach der Abstimmung greifbar.
Das Brexit-Votum ist keinesfalls rechtlich bindend für Parlament und Regierung. Das formale Austritts-Prozedere sieht vor, dass das britische Parlament beschließt, die Regierung zu beauftragen, den Austritt gegenüber den EU-Gremien zu erklären. Erst dann können Austrittsverhandlungen mit der EU beginnen. Für die Verhandlungen selbst sieht der EU-Vertrag eine Dauer von bis zu zwei Jahren vor.
Bis jetzt macht das britische Parlament keine Anstalten einen einschlägigen Beschluss zu fassen, der aktuelle Premierminister hat ebenfalls schon abgewunken und dabei seinen Rücktritt angekündigt. Selbst die Gallionsfiguren der „Vote Leave“-Kampagne, Boris Johnson und Nigel Farage, sind schon von der Fahne gegangen und überlassen die Brexit-Abwicklung augenscheinlich gerne anderen. Das dürfte selbst bisher glühenden Brexit-Befürwortern zu denken geben und ihre Position mit Blick auf eine mögliche Neuwahl des britischen Parlaments ins Wanken bringen. Die Neuwahl stünde dann auch unter dem Eindruck der Diskussionen in Schottland und Nordirland über einen Aus-tritt aus dem Vereinigten Königreich und der bereits millionenfach unterzeichneten Petition, die Abstimmung zu wiederholen.
Folgen des Brexit-Votums scheinen sich schon bei der Wahl in Spanien wenige Tage später gezeigt zu haben. Die proeuropäische konservative Partei gewann Stimmen dazu, die europakritische linke Podemos stagnierte.

Transaktionen in unseren Fonds

Zukauf Ericsson im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Bei Ericsson (Mobilfunkausrüster) hatte der Aktienkurs wegen enttäuschender Quartalsergebnisse bereits im April stark nachgegeben. Der daraufhin angekündigte Unternehmensumbau mit Einsparungen und striktem Kostenmanagement eröffnet neue Perspektiven, weswegen wir aufgestockt haben.

Kauf Banque Cantonale Vadoise im RIV Aktieninvest Global

Die 24 Kantonalbanken in der Schweiz befinden sich mehrheitlich im Besitz des Kantons, in dem sie agieren, was Stabilität verleiht. Im Falle der BCV, der zweitgrößten Kantonalbank mit Sitz in Lausanne, ist das der Kanton Waadt. Ihre diversifizierten Aktivitäten (Schwerpunkte: Einlagengeschäft, Immobilien-, Unternehmens-, Handelsfinanzierung) entwickelten sich in den letzten Jahren zwar nicht stürmisch, aber kontinuierlich positiv. Sie sollen durch die angestoßene Digitalisierung weiteren Schub erhalten. Die BCV ist mit Eigenkapital sehr solide ausgestattet. Ihr Aktienkurs entwickelt sich langsam, aber stetig nach oben. Die BCV zahlt, gedeckt durch ihren Gewinn, eine hohe Dividende.

Verkauf Vossloh im RIV Aktieninvest Global

Trotz Mittelzufluss aus dem Verkauf von Unternehmensteilen ist der Bahntechnik-Konzern noch hoch verschuldet und muss dazu noch kräftig investieren. Die vorgesehene Kapitalerhöhung hilft da wenig weiter. Wir nehmen nicht nur nicht daran teil, sondern haben die gesamte Vossloh-Position geräumt.

Zukäufe in Bestandspositionen im RIV Aktieninvest Global

Den Vossloh-Erlös haben wir in die mit besseren Perspektiven ausgestatteten Bestandspositionen Viscofan (Weltmarktführer bei synthetischen Wurstpellen) und Alpiq (Energieversorger) investiert. Darüber hinaus haben wir Rolls-Royce nach dem Brexit-Votum aufgestockt. Dieses hat die britische Heimatwährung des Triebwerk-Bauers stark gedrückt, was ihm Exporte erleichtert.

Mai 2016

Makroökonomische Einflussfaktoren

Europäische und amerikanische Aktien starteten zunächst mit Abschlägen in den Berichtsmonat. Erst im letzten Drittel des Monats ging es aufwärts, als die US-Notenbank die heimische Konjunktur als unerwartet robust einschätzte. Damit reichte es per Monatssaldo zu einem leichten Plus. Der japanische Aktienmarkt schwankte weniger und kam etwas besser voran. Der US-Dollar zog an, weil die Notenbank mit ihrer positiven Konjunktureinschätzung und höheren Inflationserwartungen eine weitere Leitzinserhöhung für die nähere Zukunft andeutete.

EU

In der Europäischen Union gewinnt die Konjunktur an Fahrt. Nach 0,3% im Schlussquartal 2015 legte das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal 2016 um 0,5% zu (Vergleichsbasis jeweils Vorquartal). Unter den großen Volkswirtschaften wächst Spanien weiterhin am stärksten (+0,8%). Deutschland (+0,7%) hat aufgeholt, während Großbritannien (+0,4%), wo Ende Juni die Volksabstimmung über den EU-Austritt ansteht, zurückgefallen ist. Italien (+0,3%) entfaltet weiterhin nur unterdurchschnittliche Dynamik.

Eurozone

Aus Sicht der Gläubiger hat Griechenland mit dem von seinem Parlament beschlossenen Reformpaket, das Rentenkürzungen und Steuererhöhungen zur Entlastung des Staatshaushalts vorsieht, die Voraussetzung geschaffen, demnächst weitere 10,3 Mrd. € Darlehen aus dem Euro-Rettungsschirm (ESM) zu erhalten.

USA

Die Inflation ist mit einer Jahresrate von 1,1% im April so stark gestiegen wie seit mehr als drei Jahren nicht mehr. Die Verbraucher mussten mehr Geld ausgeben für Energie, insbesondere Benzin, eine Folge der im letzten Vierteljahr wieder anziehenden Rohölpreise.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Archer Daniels Midland

Im ersten Quartal blieb das weltweit operierende Nahrungsmittel- und Agrarunternehmen mit einem Umsatz von 14,4 Mrd. USD (-18%) und Reingewinn von 230 Mio. USD (-53%) unter den Erwartungen. Volatile Preise für Agrarprodukte drückten das Ergebnis der Handelssparte und auch in der Ölsaaten-Verarbeitung lief es nicht rund. Dagegen erfreuten sich in der Getreidesparte Speisestärke und Süßungsmittel hoher Nachfrage. Das Management sieht für das zweite Halbjahr gute Chancen, wieder auf den Wachstumspfad zurückzufinden. ADM hat die Quartalsdividende um 7% auf 0,30 USD erhöht.

Kyocera

Der breit aufgestellte Elektronikspezialist fertigt Komponenten und Bauteile für viele Industriesektoren, bietet mit seinen Druckern und Kopierern professionelle Büroausstattung und wendet sich mit Smartphones und Photovoltaikmodulen auch an Endverbraucher. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (31.03.) gingen die Erlöse um 3% auf umgerechnet 11,6 Mrd. € und der Reingewinn um 6% auf 850 Mio. € zurück. Das lag am schwachen japanischen Heimatmarkt (Umsatzanteil 41%), auf dem sich insbesondere Solarmodule schlecht verkauften. Getragen vom gut laufenden US-Markt (Umsatzanteil 17%) soll Kyocera laut Management im neuen Geschäftsjahr auf den Wachstumspfad zurückfinden (+3% beim Umsatz).

UPM Kymmene

Die eigene umfassende Forstwirtschaft bildet die Grundlage zur Herstellung einer breiten Palette von Papier- und Holzprodukten. Darüber hinaus wird Strom erzeugt. Nun beginnen sich für die weltweite Nummer 3 auf dem Papiermarkt, die konsequenten Sparanstrengungen der letzten Jahre auszuzahlen. Im ersten Quartal kam der Überschuss im nicht erwarteten Maß von fast 50% auf 230 Mio. € voran, obwohl der Umsatz (2,45 Mrd. €) leicht zurückging. Die Dividende ist um 7% auf 0,75 € angehoben worden.

Vodafone

Im abgelaufenen Geschäftsjahr (31.03.) gingen die Erlöse zwar nominal um 3% auf umgerechnet 51,7 Mrd. € zurück, dahinter verbirgt sich jedoch ein organisches, d. h. um Zukäufe und Wechselkursveränderungen bereinigtes Wachstum von 2%, das erste seit 2008. Weil die Geschäftsdynamik gerade im letzten Quartal zunahm, noch dazu in den wichtigen Vodafone-Einzelmärkten Deutschland und Italien, sind die Aussichten für das angelaufene neue Geschäftsjahr gut. Ähnliches gilt für das Ergebnis der Telefongesellschaft. Während es operativ ganz passabel lief, stand unter dem Strich aufgrund vieler Sonder- und Einmaleffekte (z. B. hohe Kosten für den nun abgeschlossenen Netzausbau) ein herber Verlust von 5,1 Mrd. €. Die Jahresdividende steigt um 2% auf 11,45 britische Pence.

April 2016

Makroökonomische Einflussfaktoren

Alle wichtigen Aktienmärkte zeigten im Monatsverlauf durchgehend steigende Tendenz, bis zur Mitte der letzten Handelswoche Zweifel am US-Konjunkturaufschwung aufkamen und die Richtung abrupt drehte. Im Monatssaldo gab es deswegen keine wesentlichen Veränderungen bei den großen Indizes. Gleichwohl resultierte für den in Euro rechnenden Anleger bei japanischen Aktien ein deutliches Plus, da der Yen über 5% zulegte.

USA

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs im ersten Quartal mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von nur 0,5% (Vorquartal: 1,4%). Vor allem die Unternehmensinvestitionen waren deutlich rückläufig, insbesondere in den Branchen Öl-/Gasförderung und Bergbau wegen der niedrigen Rohstoffpreise.

China

Im ersten Quartal wuchs das BIP offiziell mit 6,7 % im Vergleich zur Vorjahresperiode. Dies ließ die Börsen kalt. Kursaufschläge löste hingegen die Nachricht aus, dass die Exporte im März zum ersten Mal seit 9 Monaten wieder gestiegen und die Importe weniger stark gesunken sind als erwartet.

Transaktionen in unseren Fonds

Verkauf Münchener Rück im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Angesichts des Niedrigzinsumfeldes, das noch auf Jahre hinaus anhalten dürfte, wird es für den Rückversicherer immer schwieriger, hinreichende Renditen aus seinen festverzinslichen Kapitalanlagen zu erwirtschaften. Darüber hinaus muss die defizitäre Erstversicherungstochter Ergo aufwändig restrukturiert werden. Wir haben die gesamte Position geräumt und einen Gewinn von 50% realisiert. Im Gegenzug haben wir in die Bestandspositionen Potash Corp. und Gilead Sciences investiert.

Kauf Ipsen im RIV Aktieninvest Global

Das Pharmaunternehmen hat es durch Spezialisierung in einigen medizinischen Nischenbereichen zum Marktführer gebracht. Von den über 20 Präparaten im Portfolio sind Somatuline gegen Tumoren im Bereich Magen/Darm und Bauchspeicheldrüse (Marktanteil in Europa über 45%, in USA 11% schnell wachsend), Decapeptyl gegen Prostatakrebs sowie Dysport gegen spastische Lähmungen und als Botox-Substitut die umsatzstärksten. Für die Zukunft bieten die Medikamente das Potenzial der Ausdehnung auf weitere Therapiefelder und geographische Regionen. Auch die Pipeline verspricht dank zielgerichteter Forschung einiges. Ipsen zahlt Dividende und ist gut finanziert. Der Aktienkurs ist im Rahmen der allgemeinen Börsenschwäche am Jahresanfang zurückgekommen, was wir zum Einstieg genutzt haben.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

ABB

Die gedämpfte Nachfrage aus dem Öl- und Gassektor sowie der starke US-Dollar hat bei dem in dieser Währung bilanzierendem Schweizer Anbieter von Produkten und Dienstleistungen zur Stromerzeugung/-übertragung, Elektrifizierung und Fabrikautomation im ersten Quartal zum erwarteten Rückgang von 8% bei den Erlösen (7,9 Mrd. USD) und 11% beim Überschuss (500 Mio. USD) geführt. ABB kommt mit seiner Neuausrichtung dennoch gut voran, denn erste Erfolge zeigen sich in der Verbesserung der operativen Marge um fast einen Prozentpunkt, was auf steigende Effizienz und Profitabilität hindeutet.

Infosys

Dank eines starken Schlussquartals kamen im abgelaufenen Geschäftsjahr (31.03.) die Erlöse 17% auf umgerechnet 8,3 Mrd. € und der Reingewinn 9% auf 1,8 Mrd. € voran. Der IT-Dienstleister, der komplette Business-Lösungen anbietet (Lieferung von Hard- und Software, Beratung, Personalschulung, Wartung, Übernahme ausgelagerter betrieblicher Prozesse und Funktionen) nimmt die Dynamik ins gerade angelaufene neue Geschäftsjahr mit und geht von einem organischen Umsatzwachstum von bis zu 14% aus. Das hat dem Aktienkurs, der nahe beim Langzeithoch notiert, neuen Schub verliehen.

Johnson & Johnson

Dank guter Verkäufe auf dem US-Heimatmarkt konnte das Unternehmen mit seinen Sparten Pharma, Medizintechnik und Kosmetikprodukte den ungünstigen Wechselkursrelationen trotzen und den Umsatz (17,5 Mrd. USD) leicht steigern. Der Reingewinn (4,3 Mrd. USD) ging leicht zurück, ohne Sondereffekte resultierte jedoch ein merklicher Anstieg, was die Aussichten für das Gesamtjahr verbessert. Dies hat den Aktienkurs auf Allzeithoch gehievt. J&J hebt die Quartalsdividende um 7% auf 0,80 USD an.

März 2016

Makroökonomische Einflussfaktoren

Die wichtigen Aktienmärkte erholten sich im März. In den USA zehrte aus Sicht des in Euro rechnenden Anlegers der schwächere US-Dollar die kräftigen Aktienkurszuwächse teilweise auf, in Japan der schwächere Yen vollständig.

Eurozone

Während bis vor einiger Zeit eine möglichst niedrige Inflationsrate Geldwertstabilität signalisierte und so-mit als erstrebenswert galt, hat sich die Europäische Zentralbank als Währungshüterin paradoxerweise ein „Inflationsziel“ gesetzt, das bei knapp 2% liegt. Um dieses zu erreichen (derzeitiger Wert: -0,2%) hat die EZB ein weiteres umfangreiches Maßnahmenbündel geschnürt, um die Kreditvergabe zu erleichtern und so die europäische Wirtschaft anzukurbeln. Unter anderem wird der Leitzins von 0,05% auf 0% gesenkt, der Strafzins, zu dem Geschäftsbanken Geld bei der EZB hinterlegen können von -0,3% auf -0,4% verschärft und das bestehende Anleiheaufkaufprogramm von monatlich 60 Mrd. € auf 80 Mrd. € erhöht und auf Unternehmensanleihen ausgedehnt. Die Sinnhaftigkeit des Maßnahmenbündels darf bezweifelt werden. Die Anwendung desselben Instrumentariums entfaltete schon in der Vergangenheit kaum nachweisbare Wirkung. Vor allem aber hängt die Kreditnachfrage am Vertrauen der Konsumenten und Investoren in eine gute wirtschaftliche Zukunft und viel weniger an niedrigen Zinsen.

Transaktionen in unseren Fonds

Verkauf Qiagen im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Der Biotech-Konzern (molekularbiologische Testverfahren und Probenvorbereitungs-technologien) schwächelt. Der Gewinn erreichte 2015 nur das untere Ende der Zielspanne, obwohl die Prognose zwischenzeitlich schon gesenkt worden war. Der Umsatz fiel sogar, ein Alarmsignal für Unternehmen, die in Wachstumsmärkten agieren. Wir haben die Position geräumt und 62% Kursgewinn realisiert.

Kauf Gilead Sciences im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Stattdessen haben wir in den schnell wachsenden Medikamenten-Entwickler investiert, der im Gegensatz zu Qiagen Dividende bezahlt und viel profitabler wirtschaftet. Dies trotz des hohen Forschungsaufwandes, den Gilead betreibt, um auf biotechnologischer Basis Präparate zur Marktreife zu bringen, zuletzt mit großem Erfolg gegen Hepatitis, aber auch gegen HIV, Herzkreislauf- und Atemwegserkrankungen. Neue Medikamente haben 2014 und 2015 zu Sprüngen bei Umsatz und Gewinn geführt. Dennoch ist Gilead sehr günstig bewertet, weil auf dem Aktienkurs die immer häufigeren Eingriffe von Staaten im Gesundheitssektor, z. B. die Einschränkung der freien Preisgestaltung bei hochwirksamen Medikamenten, lasten. Die allgemeine Börsenschwäche zum Jahresanfang tat ein Übriges. Das haben wir zum Einstieg genutzt, zumal die Perspektiven angesichts der gut gefüllten Pipeline mit aussichtsreichen Präparaten und den teils noch langen Patentlaufzeiten bereits eingeführter Medikamente gut sind.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Barrick Gold

Ein fallender Goldpreis drückte die Erlöse des weltgrößten Produzenten des Edelmetalls 2015 um 12% auf 9 Mrd. USD. Der Verlust von 2,8 Mrd. USD resultiert aus einmaligen Abschreibungen zum Geschäftsjahresende zwecks Bilanzbereinigung und verdeckt die durch einen rigiden Sparkurs erreichte verbesserte finanzielle Lage, die sich im ersten Barmittelzufluss (positiver Free Cashflow) seit vier Jahren zeigt. Der Schuldenstand wurde um ein Viertel auf 10 Mrd. USD reduziert. Entgegen dem Börsentrend und viel stärker als der Goldpreis ist der Barrick-Aktienkurs seit Jahresanfang um über 70% gestiegen.

Wienerberger

2015 war für den Baustoffkonzern das beste Jahr seit Ausbruch der Finanzkrise. Der weltweit führende Ziegelhersteller und Produzent von Kunststoffrohren, Betonsteinen und anderen Baumaterialien konnte den Vorjahresverlust von 230 Mio. € in einen Überschuss von 70 Mio. € drehen. Die Erlöse zogen 5% auf 3 Mrd. € an. Die Nettoschulden wurden 14% zurückgefahren auf 530 Mio. €. Vor allem in den USA, Großbritannien und einigen osteuropäischen Ländern laufen die Geschäfte sehr gut. Die Dividende wird um ein Drittel auf 0,20 € angehoben.

Deutsche Telekom

Umsatz (69,2 Mrd. €) und Überschuss (3,3 Mrd. €) legten 2015 vor allem dank des Aufschwungs bei der US-Mobilfunktochter jeweils um 11% zu. Die Dividende steigt 10% auf auskömmliche 0,55 €.

Februar 2016

Makroökonomische Einflussfaktoren

Nach Rückgängen im ersten Drittel des Berichtsmonats erreichten die Aktienkurse einen Tiefstand, von dem aus eine Erholung einsetzte. Per Monatssaldo gaben europäische Aktien moderat nach, der amerikanische Markt blieb stabil. Japanische Aktien verharrten deutlich im Minus, was für den in Euro rechnenden Anleger durch den starken Yen-Anstieg weitgehend kompensiert wurde.

EU

In der Europäischen Union wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im vierten Quartal gegenüber dem dritten um 0,3%. Spanien (+0,8%) verzeichnete weiterhin einen spürbaren Konjunkturaufschwung, der mittlerweile auch positive Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt hat. Auch Großbritannien (+0,5%) bleibt robust, während aus den anderen großen Volkswirtschaften kaum Impulse kamen.

Japan

Im vierten Quartal schrumpfte das BIP gegenüber dem dritten um 0,4%. Die als Reaktion eingeführten Negativzinsen der Notenbank sollen verhindern, dass Geschäftsbanken bei ihr überschüssige Mittel parken. Stattdessen sollen diese Mittel konjunkturfördernd in die Kreditvergabe fließen.

Transaktionen in unseren Fonds

Zukauf RWE AG im RIV Rationalinvest Vermögensverwalterfonds

Entgegen dem allgemeinen Börsentrend verzeichnete die RWE-Aktie von Jahresbeginn bis Mitte Februar eine stabile Kursentwicklung und deutete damit eine Trendwende an. Die Nachricht von der Dividendenstreichung hat dann einen unseres Erachtens vorübergehenden Kurs-Rücksetzer bewirkt, den wir zur Aufstockung genutzt haben. Jede Dividendenstreichung schmerzt Aktionäre, sie ist aber bei RWE geboten, um Mittelabflüsse in einer wirtschaftlich nicht einfachen Situation zu vermeiden.

Zukäufe in Bestandspositionen im RIV Aktieninvest Global

Weil wir davon ausgehen, dass die Aktienkurse nicht sehr lange auf dem aktuell niedrigen Niveau verharren, haben wir einen Teil der im Fonds vorhandenen liquiden Mittel genutzt, um günstig mehrere Aktienpositionen aufzustocken.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Air Liquide

Auch 2015 entwickelten sich die Geschäfte des Anbieters von Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz und damit verbundener Anwendungslösungen solide. Getragen von der Nachfrage aus Europa sowie den Schwellenländern kam der Umsatz 7% auf 16,4 Mrd. € voran und der Reingewinn 5,5% auf 1,8 Mrd. €. Die Aktionäre erhalten eine um 2% auf 2,60 € erhöhte Ausschüttung. Die laufende Übernahme des Konkurrenten Airgas ist nicht billig, erhöht aber die Präsenz auf dem wichtigen US-Markt. Zudem ist Airgas Vorreiter für E-Commerce und Online-Bestellungen in der Gase-Branche.

Canon

Wegen der Konjunkturschwäche haben die Konsumenten in China und anderen Schwellenländern 2015 weniger Digitalkameras und Tintenstrahldrucker nachgefragt. Dagegen liefen Multifunktionsgeräte (Drucker, Kopierer, Scanner, Faxgerät in einem) für professionelle Büroanwendungen gut, wie auch fotolithografische Ausrüstung für die Halbleiterindustrie. Insgesamt kamen die Erlöse 2% auf umgerechnet 28,8 Mrd. € voran. Kosten für einen Unternehmenszukauf sowie ein hoher Forschungsaufwand, um den technologischen Vorsprung zu wahren, drückten den Reingewinn 14% auf 1,7 Mrd. €.

Sanofi

Das Diabetes-Medikament Lantus leidet unter dem Patentablauf. Ein neu eingeführtes Nachfolge-Medikament läuft gut, kann aber die Einbußen beim „Original“ noch nicht kompensieren. Sanofi forciert jetzt neue Behandlungsfelder (z.B. Krebsbekämpfung) wie auch verschreibungsfreie Medikamente. Potenzial birgt der weltweit einzige Impfstoff gegen das Denguefieber. Im möglichen Verbreitungsgebiet dieser gefährlichen Krankheit lebt die Hälfte der Weltbevölkerung. 2015 betrug der Konzernerlös 37,1 Mrd. € (+10%), der Überschuss 4,3 Mrd. € (-2%). Die Dividende steigt 3% auf 2,93 €.

Münchener Rück

Der weltgrößte Rückversicherer, der bislang schon eine auskömmliche Dividende zahlte, erhöht diese für das Geschäftsjahr 2015 noch einmal merklich, um 6,5% auf 8,25 €.

Januar 2016

Makroökonomische Einflussfaktoren

Der Jahresauftakt brachte starke Aktienkursrückgänge, die alle großen Märkte in gleichem Maße betrafen. Als Taktgeber erwies sich der Rohölpreis, dessen Ausschläge die Börsen in auffälliger Parallelität nachzeichneten. Zur Monatsmitte beruhigte sich die Lage, gegen Ende zeigten sich Erholungstendenzen. Wir sehen gute Chancen, dass sich die Lage weiter stabilisiert. Denn die Investoren haben keine rentierliche Anlagealternative zur Aktie, etwa im verzinslichen Bereich. Dies stützt die Kurse. In dieselbe Richtung wirken die Rohstoffpreise, wenn sie wieder Boden finden. Für letzteres spricht, dass immer mehr Förderstätten mangels Rentabilität geschlossen werden, wie sich nicht nur am Beispiel der Fracking-Bohrlöcher in den USA zeigt. Darüber hinaus streben wichtige Öl-Förderländer Absprachen über eine Produktionsdrosselung an.

USA

Die Konjunktur läuft weiter gut. Wie im Jahr zuvor wuchs das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2015 mit einer Rate von 2,4%. Trotz schwächerem Schlussquartal ist der Aufschwung robust, weil die ihn tragende Konsumneigung der Verbraucher infolge der guten Arbeitsmarktentwicklung intakt bleibt.

China

Nach offiziellen Angaben legte das BIP im letzten Jahr um 6,9% zu, für das laufende Jahr werden 6,5% prognostiziert. Kritiker halten diese Zahlen für Schönfärberei und taxieren das Wachstum tatsächlich auf 4 bis 6 Prozent. Dies wäre immer noch ein stattlicher Zuwachs, denn er erfolgt auf das hohe Niveau der zweitgrößten Volkswirtschaft, während sich die früher zweistelligen Wachstumsraten auf eine wesentlich niedrigere Basis bezogen. China hat also das Potenzial, mit dem Umbau seiner Wirtschaft, der auch Verwerfungen und Friktionen mit sich bringt, der Weltkonjunktur Impulse zu geben.

Nachrichten von Unternehmen in unseren Fonds

Alcoa

Aufgrund des Rohstoffpreisverfalls gingen beim Aluminium-Konzern im abgelaufenen Geschäftsjahr die Erlöse um 6% auf 22,5 Mrd. USD zurück. Es resultierte ein Verlust von 121 Mio. USD. Das Management positioniert Alcoa als Zulieferer von technisch anspruchsvollen, hochwertigen Leichtmetall-Fertigteilen vor allem für die Luftfahrtindustrie. Hingegen wird die Rohaluminium-Gewinnung weiter zurückgefah-ren, noch in 2016 wird die derzeit größte Aluminium-Hütte der USA geschlossen.

Banco Santander

Nach der überraschenden Kapitalerhöhung und Dividendenherabsetzung vor einem Jahr zwecks Stärkung der Kernkapitalquote zahlt die nach Börsenwert größte Bank der Eurozone nun wieder regulär Dividende. Diese beträgt 0,20 € bezogen auf das Geschäftsjahr 2015. Der Reingewinn belief sich auf 6 Mrd. € (+3%). Er wurde merklich gedrückt durch im Schlussquartal gebildete Rückstellungen zur Entschädigung britischer Kunden, denen ungeeignete Hypothekenversicherungen verkauft wurden.

Ericsson

Der Anbieter von Telekommunikationsinfrastruktur, dessen Netzwerke 40% des weltweiten Mobilfunkverkehrs aufnehmen, steigerte 2015 den Umsatz 8% auf umgerechnet 26,8 Mrd. € und den Überschuss 23% auf 1,5 Mrd. €. Das Geschäft in Indien, Nordamerika und auch in China florierte, während Japan, Russland und Brasilien zurückfielen. Die Einnahmen aus der Lizenzierung der zahlreichen eigenen Patente stiegen signifikant. Die Dividende wird um 9% auf 3,70 schwedische Kronen angehoben.

Novartis

Ungünstige Wechselkurse belasteten beim in US-Dollar bilanzierenden Schweizer Pharma-Riesen 2015 die Erlöse (49,4 Mrd. USD, -5%). Darüber hinaus schwächelte das Segment Augenheilkunde. Die Konzentration auf die vielversprechenden Produktkandidaten in der Pipeline und ein effizienterer Außendienst soll Besserung bringen. Der Konzernüberschuss (17,8 Mrd. USD; +73%) ist aufgebläht durch Veräußerungsgewinne aus abgegebenen Geschäftseinheiten. Die Dividende steigt 4% auf 2,70 CHF.

Schlumberger

Durch Streichung von bis zu einem Viertel der Stellen hat der Öl-/Gasfeldausrüster seine Kostenstruk-tur fortlaufend den durch den Ölpreisverfall geprägten Marktbedingungen angepasst. Schlumberger erreichte so für 2015 ein den Umständen entsprechend passables Jahresergebnis (Erlöse 35,5 Mrd. USD, -27%; Reingewinn 2,1 Mrd. USD, -62%). Die Eigenkapitalquote liegt bei komfortablen 53%.