Anlagegrundsätze 2017-05-19T08:58:41+00:00

Anlagegrundsätze


Unsere Anlagepolitik:

  • ist frei in der Gewichtung von Ländern und Branchen und Währungen, soweit das Grundprinzip der breiten Risikostreuung nicht verletzt wird,
  • mindert die Anlagerisiken ausschließlich durch eine breite Anlagenstreuung, die sorgfältige Auswahl von Einzeltiteln und deren Gewichtung,
  • bildet keine Indizes ab und vergleicht sich nicht mit einer Benchmark,
  • wird unterstützt durch eigenes Research,
  • trifft Anlageentscheidungen nach gründlicher Analyse und ausgiebiger Diskussion aufgrund von Mehrheitsentscheidungen im Team und nie allein auf Basis von regelbasierten, quantitativen Modellen.

Oberstes Ziel unserer Anlagepolitik ist der langfristige Erhalt und die Steigerung der Kaufkraft des uns vom Kunden anvertrauten Vermögens. Diesem Ziel dienen:

  1. Der hohe Aktienanteil:
    Die Wirtschaftsgeschichte zeigt, dass vor allem ertragbringende Sachanlagen auf lange Sicht in der Lage sind die permanente Geldentwertung auszugleichen. Soll gleichzeitig auch die Bedingung einer jederzeitigen Veräußerbarkeit in kleinen oder großen Beträgen erfüllt werden, kann die Nachhaltigkeit einer Kapitalanlage nur durch den Schwerpunkt auf handelbare Aktien erreicht werden.
    Als Sachwerte bieten Aktien langfristig den bestmöglichen Schutz vor inflationären Entwicklungen. Eine sorgfältig zusammengestellte, weltweit gestreute Aktienanlage hat in der Vergangenheit trotz oftmals heftiger Kursschwankungen sowohl Kriege, Diktaturen, Inflation und Währungsreformen überstanden und langfristig das Vermögen erhalten und sogar gemehrt.
  2. Die Bevorzugung von Aktiengesellschaften, welche auf einen sparsamen und verantwortungsvollen Umgang mit den natürlichen und menschlichen Ressourcen achten und einen hohen Forschungs- und Entwicklungsaufwand zur Entwicklung sparsamerer Produktionsverfahren und umweltfreundlicherer Produkte betreiben.
  3. Größte Zurückhaltung bei der Gewichtung verzinslicher Anlagen, wenn diese keine gute Bonität haben oder keine angemessene Realrendite erwarten lassen.
  4. Der Verzicht auf:
    • Anlagen, die nicht oder nur in sehr engen Märkten gehandelt werden,
    • riskante Anlagen wie Swaps, Hedgefonds und Derivate,
    • Anlagen in Diktaturen und Ländern mit chaotischen Zuständen.
  5. Die vergleichsweise niedrigen Kosten unserer Fonds.

Dass unser Auswahlverfahren im Fondsmanagement die Nachhaltigkeitskriterien im richtigen Ausmaß berücksichtigt, beweisen die Auszeichnungen der Ratingagentur Morningstar.
Anderen Prinzipien für Nachhaltigkeit, die sich vor allem auf die Einhaltung vermeintlich guter ökologischer, ethischer und gesellschaftlicher Grundsätze bei der Auswahl der Einzelanlagen beziehen, stehen wir skeptisch gegenüber.
Die immer öfter propagierte Auswahl der Aktienanlagen nach solchen Grundsätzen halten wir für ein reines Marketinginstrument, welches das Bedürfnis der Menschen nach einer heilen Welt nur zur Grundlage für einen erfolgreichen Fondsabsatz machen soll. Abgesehen davon, dass kein Fondsmanager Einblick bis in die letzten Verästelungen der internationalen und arbeitsteiligen Produktionsketten nehmen kann, zeigen die nachfolgenden Beispiele auch, dass die Berücksichtigung dieser Grundsätze bei der Aktienauswahl wegen ihrer Widersprüchlichkeit höchst problematisch ist:

  • Unternehmen, die viel CO2 ausstoßen sollen gemieden werden. Aber für viele unentbehrliche Stoffe, bei deren Produktion CO2 freigesetzt wird, z.B. bei Zement und Stahl, gibt es keine anderen Produktionsverfahren.
    Für die Energieerzeugung gibt es zur Verbrennung von Kohle, Öl und Gas zwar Alternativen, aber von denen sind, mit Ausnahme der Wasserkraftwerke, der Solaranlagen auf dem Dach und der Windturbinen auf dem Meer, eine teurer, unzuverlässiger und umweltfeindlicher als die andere:
    Atomkraftanlagen stehen wegen der immer noch ungelösten Abfall-Entsorgung derzeit nicht zur Debatte.
    Landgestützte Windkraft-„parks“(!), Fotovoltaik-Felder und der Biomasseanbau auf riesigen pestizidbehandelten Monokulturen von Raps und Mais verschandeln die Schönheit der Landschaft, zerstören Wälder, Wiesen, Biotope und Artenvielfalt, vergiften das Grundwasser und schädigen fruchtbare Böden durch Übernutzung und Erosion.
    Die Nachteile dieser Alternativen sind schwerwiegender als die durch das CO2, zumal dessen Verantwortlichkeit für die Klimaerwärmung, wegen der vielen erdgeschichtlichen Eis- und Warmzeiten durchaus zweifelhaft ist.
  • Gentechnik bei der Pflanzenzucht steht im Verdacht Mensch und Natur zu gefährden. Andererseits ist aber die Zucht von ertragreicheren, trockenheitstoleranten und schädlingsresistenten Nutzpflanzen für die Bekämpfung des Hungers in vielen Teilen der Welt unverzichtbar.
  • Kinderarbeit ist ein Zeichen größter Not, die jedes Familienmitglied zwingt zum Überleben der Familie beizutragen. Wie kann man glauben, dass dieses Elend kleiner wird, wenn man die Produkte dieser Kinderarbeit ächtet und dafür solche kauft, die ähnlich billig, maschinell in den Industrieländern herstellt werden?
  • Möbel und Fenster aus Tropenholz mit einem Ökosiegel sind sehr beruhigend, leider aber ist das Papier der Zertifikate sehr geduldig.
  • Waffenproduktion fördert Kriege, Elend und Vertreibung. Wer aber erteilt die Rüstungsaufträge, kauft die Waffen, setzt diese schließlich ein und finanziert das ganze durch die Ausgabe „mündelsicherer“ Staatsanleihen?

Wer durch eine bestimmte Auswahl bei der Aktienanlage die Welt verbessern will, ist unglaubwürdig. Dazu bedarf es engagierter, persönlicher Einflussnahme auf die Politik und die öffentliche Meinung oder zumindest aber eines entsprechenden Konsum- und Wahlverhaltens. Nur so kann man auf eine Verbesserung der politischen und gesellschaftlichen Verhältnisse hinwirken.

  1. Anlageklassen
    Generell wird nur in die Anlageklassen Aktien, Anleihen und Bankguthaben investiert.
    Als Anlagen kommen nicht in Betracht:

    • Derivate, Zertifikate und Anteile an Hedgefonds, weil wir diese für intransparent, teuer und spekulativ halten.
    • Gold und andere Edelmetalle, weil sie keine laufenden Erträge abwerfen, ihre sichere Aufbewahrung teuer ist, die Preisentwicklung rein spekulativ ist und der Goldbesitz vom Staat gerade dann verboten werden kann, wenn er seinen praktischen Nutzen ausspielen könnte.
  2. Werthaltigkeit
    Anlagen werden nur dann getätigt, wenn deren aktueller Preis in einem angemessenen Verhältnis zur Qualität des Unternehmens und dessen Zukunftsaussichten steht.
  3. Marktbreite und Informationsmöglichkeiten
    Wir investieren nicht in unnotierte Werte und gehen bei marktengen Papieren sehr vorsichtig vor. Wir kaufen nur Aktien und Anleihen von Gesellschaften, über die ausreichende und regelmäßige Informationen erhältlich sind.
  1. Analyse
    Grundlage jeder Anlageentscheidung ist eine gründliche qualitative und quantitative Analyse, die sowohl volkswirtschaftliche sowie branchen- und unternehmensspezifische Einflussfaktoren als auch Marktstimmungen und politische Trends berücksichtigt.
  2. Streuung
    Durch eine breite geographische und branchenweite Streuung werden Klumpenrisiken in den Portfolios vermieden. Interne Richtlinien begrenzen den Maximalverlust eines Einzeltitels im Verhältnis zu den Gesamtportfolios, der beispielsweise durch Fehleinschätzungen entstehen könnte und verhindern zudem verhaltensbezogene Verzerrungen, wie eine emotionale Bindung an eine zu große Einzelposition.
  3. Kontrolle
    Alle Anlageentscheidungen werden vor der Umsetzung auf ihren Einfluss auf die bestehenden Portfolios geprüft. Die gesamten Portfolios unterliegt einer ständigen Überwachung und Risikokontrolle.